Kleinstkinder werden kreativEin Hase zum Fühlen

Lebendig, als ob das Tier vor einem sitzt und gleich davonspringt – so wirkt der Feldhase von Dürer auf den Betrachter. Auch junge Kinder lassen sich von der realistischen Darstellung in den Bann ziehen. In einem kreativen Angebot verarbeiten sie ihre Eindrücke auf der Leinwand.

Ein Hase zum Fühlen
© David Mark - Pixabay

Der Feldhase, auch Hase oder junger Hase genannt, ist ein Aquarell von Albrecht Dürer und zählt sicher zu den bedeutendsten Naturstudien der bildenden Kunst. Das äußerst detailgetreue Gemälde stammt aus dem Jahr 1502. Dürer war der erste große Künstler, der sich in dieser Tiefe mit der Tierwelt beschäftigte. Seine Tierzeichnungen sind an Genauigkeit in Beobachtung und zeichnerischer Ausführung kaum zu übertreffen. Dieser so lebendig wirkende „alte Hase“ inspiriert selbst die Jüngsten: Als die Kinder der Kita Schlewecke beginnen, sich für Hasen zu interessieren, weil Maxi von seinem Haustier erzählt, nehmen die Erzieherinnen dies zum Anlass, gemeinsam mit der Gruppe das Aquarell von Dürer zu betrachten – und daraufhin selbst kreativ zu werden.

Ein kuscheliger Hase

Benötigte Materialien:

  • ·vergrößerte Kopie des Aquarells von Dürer
  • ggf. zusätzliche Inspirationen (Hasenfiguren, Kuscheltiere, Fotos …)
  • Leinwand
  • Tempera- und Gouache-Farben
  • Farbrolle
  • Kunstfell, passende Stoffe (z. B. Nickistoff) etc.
  • Knöpfe, Bucheckernhülsen u. Ä.
  • schwarzer Bindfaden
  • Schere
  • Klebstoff

So wird’s gemacht:

Um das Interesse der Kinder an Dürers Darstellung des Feldhasen aufzugreifen, stellen die Fachkräfte verschiedene Materialien bereit. Mit Farben, Stoffen und Kunstfell können die Mädchen und Jungen ihren eigenen Vorstellungen von Hasen oder Kaninchen Ausdruck verleihen. Hierfür bekommt jedes Kind zusätzlich eine Leinwand. Zur Inspiration liegt eine große Kopie von Dürers Gemälde auf dem Tisch, das die Gruppe zunächst gemeinsam betrachtet. Die realistische Darstellung zieht die Kinder in den Bann. Das weiche Fell des Tieres wurde vom Künstler so fein herausgearbeitet, dass die Mädchen und Jungen den gemalten Hasen am liebsten streicheln würden. Die Fachkraft unterstützt die beobachtenden Kinder mit gezielten Fragen.

„Was hat der Hase alles?“ –„Streifen!“, ruft Greta. „Ohren, Nase und Füße, Popo auch“, entdeckt Jonah. Annica fragt: „Was ist das?“ und zeigt auf die Schnurrbarthaare. „Der hat so lange Ohren“, bemerkt Josephine. „Ohren“, wiederholt Annica.

Dann machen sich die Kinder ans Werk. Als erstes grundieren sie die Leinwände. Das Auftragen der dickflüssigen Farbe mit der Rolle – oder auch mal den Händen – ist für die Kleinkinder gleichzeitig sinnliches Erleben. Jonah benennt die Farben: „Malen orange, schwarz.“ Rune weiß, womit sie grundiert: „Rolle!“ Mit Fellund Stoffstücken gestalten die Kinder als nächstes ihre Hasen. Manche kleben das Fell auf die Papierkopie, andere formen ihr Tier direkt auf der Leinwand (wichtig: die Leinwand muss bereits gut getrocknet sein). Die Fellund Stoffstücke regen haptische Erfahrungen an. „Das ist weich“, sagt Henriette. „Weiches Fell!“ Was fehlt den Kita-Hasen nun noch? Die Augen, die Schnurrhaare und die Krallen. Für die Augen und die Krallen wählen die Kinder passende Materialien aus dem Angebot. Beim Zuschneiden von Barthaaren unterstützt die Fachkraft. Wohin gehören die Haare? „Unten am Mund“, meint Leo. Alle Teile werden mit Kleber fixiert. Die fertigen Fellhasen laden zum Streicheln und Fühlen ein … oder werden manche von ihnen vielleicht an der heimischen Wohnzimmerwand aufgehängt, wie ein Dürer?  

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