Reggio-Pädagogik

"Die Reggio-Pädagogik entwickelte sich seit 1945 in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia durch eine einmalige Zusammenarbeit von Bürgerinnen und Bürgern mit Pädagoginnen, Politikerinnen und Politikern und vielen anderen mehr. Basis ist ein gemeinsames Verständnis von Erziehung als  Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger (Ullrich/Brockschnieder 2001). Grundanliegen der Reggio-Pädagogik ist die Entwicklung des Kindes in einem gemeinsam gestalteten Kommunikationsprozess zwischen Kind, Eltern und Erziehenden. Loris Malaguzzi (1920–1994) hatte wesentlichen Anteil an der theoretischen Fundierung der Reggio-Pädagogik. Er ging davon aus, dass Kinder 100 Sprachen haben, von denen ihnen 99 geraubt werden. Ausgangspunkt ist das folgende Bild vom Kind: Das Kind wird als vollwertiges soziales Wesen gesehen, das danach strebt, sich zu entwickeln. Es forscht, entdeckt und konstruiert aktiv sein Wissen. Dementsprechend versteht sich die Reggio-Kindertagesstätte als Lern- und Bildungsort, an dem die Kinder fragen, forschen, überprüfen können. Das Lernen wird als aktiver Prozess verstanden, der von den Erziehenden begleitet wird. Die Erziehenden sollen den Kindern in einer freudigen, engagierten, verstehenden, wertschätzenden und neugierigen Haltung begegnen. In den Kindertagesstätten wird in altershomogenen Gruppen gearbeitet. Weniger freies Spiel, sondern mehr thematische Angebote und Projekte bestimmen den pädagogischen Tagesablauf. Dokumentationen spielen in der Reggio-Pädagogik eine wichtige Rolle. In einer Dokumentationsmappe wird die Lern- und Entwicklungsgeschichte eines Kindes festgehalten."