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Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Plus S. 379-381

    LeitartikelMut zur Vernunft

    In der jahrhundertelangen Auseinandersetzung um das Verhältnis von Glaube und Vernunft zeichnet sich eine neue Konstellation ab. Als Johannes Paul II. vor sechs Jahren seine Enzyklika „Fides et ratio" vorlegte, haben nicht wenige dem Papst Respekt gezollt. Eine ähnliche Resonanz fand jetzt die Rede, die Kardinal Joseph Ratzinger in der Kathedrale von Caen im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zum 60. Jahrestag der alliierten Landung in der Normandie hielt. Ratzinger machte bei seiner Rede zum Jubiläum des „D-Day" in der heutigen Welt gleichermaßen „Pathologien der Religion" wie „Pathologien der Vernunft" namhaft. Der christliche Glaube kann es sich heute freilich weniger denn je leisten, auf die Aktivierung der Vernunft für die Rückfrage nach den eigenen Ursprüngen und der eigenen Geschichte wie vor allem auch im Interesse des Streits um Religion und um die humane Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu verzichten. Er ist sich das um seiner Identität wie um seiner öffentlichen Präsenz und Ausstrahlung willen schuldig, allen damit verbundenen Schwierigkeiten zum Trotz. Alle für die kommende Zeit möglichen und wünschenswerten Bündnisse von Glaube und säkularer Vernunft werden wohl fragil bleiben.

Kommentar

  • Plus S. 383-384

    KommentarKeine Gefahr

    US-Politiker zwischen Kirchenmitgliedschaft und staatlicher Aufgabe.

  • Plus S. 384

    KommentarDurchkreuzt

    Der Maler Arnulf Rainer erhält die theologische Ehrendoktorwürde.

Aktuell

  • Plus S. 385-386

    SpanienBischöfe und Regierung im Clinch

    Seit diesem Frühjahr hat Spanien wieder eine Regierung unter Führung der Sozialistischen Partei (PSOE). Sie hat in ihren ersten Monaten einige Vorstöße unternommen, die bei den Bischöfen ein sehr kritisches Echo gefunden haben.

  • Plus S. 386-388

    EuropaDie Kirchen und der Verfassungsvertrag

    Am 18.Juni billigte die EU-Regierungskonferenz den Vertrag über eine europäische Verfassung. Die Kirchen konnten sich mit ihren Wünschen für die Präambel nicht durchsetzen, sollten jetzt aber die Möglichkeiten nutzen, die ihnen der Vertrag bietet.

Blickpunkt

  • Plus S. 388-393

    Ulm und die Zukunft der KatholikentageÖkumenisches Katholikentreffen

    Die Erwartungen an den 95. Deutschen Katholikentag vom 16. bis 20. Juni in Ulm waren selbst bei den an der Vorbereitung unmittelbar Beteiligten bis wenige Wochen vor dem Ereignis eher gering. Die Bilanz über den bislang ökumenischsten Katholikentag fällt deutlich positiver aus und gibt einige Hinweise für künftige Katholikentage.

Interview

Essays

  • Plus S. 397-402

    Ethische Verantwortung im und für den SportDie Folgen des Fouls

    Ein Sommer voller sportlicher Großereignisse wird in diesem Jahr mit den Olympischen Spielen in Athen gekrönt. Was ist aus der Vision der mit den Spielen verbundenen Erziehung des Menschengeschlechts zu Fairness und Frieden geworden? Wo steht die sportethische Diskussion?

  • Plus S. 402-406

    Kirchlicher Umbruch in den USA und in DeutschlandIn der Krise voneinander lernen

    Die katholische Kirche in den USA steckt in einer tiefen Krise durch die Pädophilieskandale, in Deutschland muss sie sich personell und finanziell neu aufstellen. Gerade jetzt lohnt sich der vergleichende Blick auf die beiden Katholizismen diesseits und jenseits des Atlantik. Beide leben vom Erbe vergangener Blütezeiten, beide sind auf dem mühsamen Weg einer strukturellen und spirituellen Erneuerung.

  • Plus S. 406-410

    Auf dem Wege zu einer ökumenischen SoziallehreFreiheit und Verbindlichkeit

    Beim Blick in aktuelle Lehrbücher christlicher Ethik lassen sich sowohl methodisch wie inhaltlich kaum noch katholische von protestantischen Autoren unterscheiden. Es hat sich eine Tradition kirchlicher Urteilsbildung in sozialethischen Fragen herausgebildet, die man als den Keim einer neuen ökumenischen Soziallehre „von unten“ bezeichnen kann.

  • Plus S. 410-415

    Wie steht es um die Beziehungen zwischen Rom und Moskau?Immer noch Verwerfungen

    Seitdem die katholische Kirche im Februar 2002 die vier Apostolischen Administraturen in der Russischen Föderation zu Bistümern erhob, sind die Beziehungen Roms zur Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) gestört. Die römische Entscheidung bedeutete für die ROK zunächst praktisch den Abbruch aller offiziellen Beziehungen zu Rom. Inzwischen ist zumindest eine leichte Verbesserung eingetreten. Allerdings gibt es noch einige ungelöste Probleme zwischen beiden Kirchen.

  • Plus S. 415-419

    Der „Humanistische Verband Deutschlands“ und seine ZieleLobby der Konfessionslosen

    Seit 1993 gibt es den „Humanistischen Verband Deutschlands“ als Zusammenschluss verschiedener Verbände von Konfessionslosen in den neuen wie alten Bundesländern. Der HVD möchte keine kirchenkämpferische Organisation im klassischen Sinn sein, sondern bemüht sich um praktische Lebenshilfe für Konfessionslose. Seine Stärke besteht darin, dass er an den alltäglichen Atheismus im wiedervereinigten Deutschland anknüpft.

  • Plus S. 419-424

    Kirche, Politik und Gesellschaft in KroatienWechselvolle Jahre

    Kroatien gehört zu den Ländern, in denen katholische Kirche und Nation eng verbunden sind. Das volkskirchliche Erbe ist noch lebendig, gleichzeitig bläst der Kirche teilweise ein scharfer Wind ins Gesicht. Ihre Beziehungen zum Staat sind vertraglich geregelt; im Verhältnis zur Gesellschaft kommt es immer wieder zu Spannungen.

  • Plus S. 424-428

    Minderheiten im Osten EuropasKulturelle Vielfalt und ethnische Konflikte

    In den Transformationsstaaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas leben zahlreiche ethnische, religiöse, sprachliche Minderheiten. In Ländern wie Polen oder Litauen ist eine relativ friedliche Koexistenz der kleineren Minderheiten mit der Mehrheitsbevölkerung möglich. Dagegen gewinnen Minderheitenfragen in den südosteuropäischen Ländern und den kaukasischen GUS-Staaten immer wieder erhebliche politische und gesellschaftliche Brisanz.

Autoren/-innen