Anzeige: Rom ist kein Gegner. Warum die Kirche Reformen braucht. Von Georg Bätzing
Herder Korrespondenz. Monatsheft für Gesellschaft und Religion 55 (2001) Heft 1

Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Gratis S. 1-3

    LeitartikelVergöttertes Geld

    Wo das Weihnachtsfest in erster Linie als Gelegenheit für die umsatzstärksten Wochen des Jahres gesehen wird, liegt die Vermutung nahe, das Geld sei zur alles bestimmenden Macht geworden. Angefangen vom Euro über die täglichen Börsennachrichten bis zum Zwang, sich „gut verkaufen“ zu müssen, verändert es unsere Lebenswelt. Gerade das Vertrauen, das man in den Wert des Geldes haben muss, macht es jedoch anfällig für vermeintlich magische Wirkungen und eine quasi-religiöse Überhöhung. Eine Fundamentalkritik ist angesichts der unbestreitbaren und in der Regel selbstverständlich in Anspruch genommenen Vorteile jedoch unehrlich: Die notwendige innere Distanz im Umgang mit Geld bewährt sich darin, dass man sich nicht in den Kampf gegen den Götzen Geld verbeißen sollte, weil man ihm letztlich auch so huldigt.

Kommentar

  • Gratis S. 4-6

    KommentarGewissensnot

    Die Abgeordneten des Bundestages treffen schwerwiegende Entscheidungen.

  • Gratis S. 6-7

    KommentarMagier

    Die Erfolgsstory Harry Potter animiert nicht zu okkulten Umtrieben.

Aktuell

  • Gratis S. 7-9

    FriedensethikVerschiedene Wege zum gleichen Ziel

    Militärische Auseinandersetzungen und Interventionen sind grundsätzlich etwas, was nicht sein soll und deshalb letztlich nie zufriedenstellend beurteilt werden kann, betonte Kardinal Karl Lehmann im Rückblick auf die innerkirchliche Debatte über den Afghanistan-Krieg. Diese war von großer Meinungsvielfalt bis hin zum Widerspruch bestimmt.

  • Gratis S. 9-11

    PastoralVon Frankreich lernen

    Mit ihrem Brief unter dem Titel „Den Glauben in der heutigen Gesellschaft zum Angebot machen“ von 1996 haben die französischen Bischöfe einen Prozess über die Weitergabe des Glaubens in der heutigen Gesellschaft angestoßen, der mittlerweile auch in den Nachbarländern diskutiert wird. In Magdeburg fand der erste deutschfranzösische Kongress zum Thema kürzlich eine Fortsetzung.

Blickpunkt

  • Gratis S. 12-16

    Noch kein Perspektivwechsel in der deutschen AusländerpolitikEnde der Gastarbeiter-Ära?

    In ihrem Bericht empfahl die so genannte „Süssmuth-Kommission“ eine neue, vom Faktum der Dauerhaftigkeit geprägte Zuwanderungs- und Integrationspolitik. Aber auch der zweite, im November vorgelegte Entwurf für ein Zuwanderungsgesetz verfehlt den Perspektivwechsel. Das zeigt Klaus Barwig, Experte für ausländer- und asylrechtliche Fragen an der Diözesanakademie Rottenburg-Stuttgart und Berater in der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz. Das Gesetz soll im Februar verabschiedet werden.

Interview

  • Gratis S. 16-22

    Ein Gespräch mit dem Islamexperten Christian W. Troll„Keine Alternative zum Dialog“

    Wo gibt es Ansatzpunkte für einen konstruktiven Dialog zwischen Christen und Muslimen? Wie nehmen Muslime heute das Christentum wahr? Was lässt sich aus den bisherigen Kontakten mit dem Islam lernen? Darüber sprachen wir mit dem Jesuiten Christian W. Troll, der seit Jahrzehnten in diesem Bereich engagiert ist. Das Gespräch führte Ulrich Ruh.

Essays

  • Gratis S. 22-26

    Grundorientierungen und Ziele der Christlich-Demokratischen UnionWofür steht das „C“?

    Kurz vor ihrem Parteitag Anfang Dezember in Dresden legte die CDU ein Papier über die neue Aktualität des christlichen Menschenbildes vor. Annette Schavan, Kultusministerin in Baden-Württemberg und stellvertretende Vorsitzende der CDU, nimmt diese Veröffentlichung zum Anlass, um im Rückblick auf die Geschichte der CDU nach der heutigen Bedeutung des „C“ im Parteinamen und nach dem Christlichen als Maßstab von Politik zu fragen.

  • Gratis S. 26-31

    Die Diskussion über Islam und ModerneKonträre Auslegungen

    Kann sich der Islam in Treue zur eigenen Tradition für Freiheit und Pluralismus öffnen, oder muss er ein Gegenprojekt zur Moderne im Sinn einer „islamischen Ordnung“ anstreben? Diese Frage wird im arabischen Raum kontrovers diskutiert. Der Islamwissenschaftler Hanspeter Mattes vom Deutschen Orient-Institut (Hamburg) beleuchtet diese für den weiteren Weg des Islam auch im Westen entscheidende Diskussion am Beispiel zweier Exponenten mit konträren Positionen, Mohamed Talbi und Abdessalam Yassine.

  • Gratis S. 31-35

    Ein Gebet- und Gesangbuch für das 21. JahrhundertKomplexes Vorhaben

    Lange schon gab es Stimmen, die ein „neues Gotteslob“ gefordert haben. Jetzt ist entschieden, dass ein solches kirchliches Großprojekt in Angriff genommen wird. Franz Karl Praßl, Professor am Institut für Kirchenmusik und Orgel der Kunstuniversität Graz, legt dar, was im neuen Gebet- und Gesangbuch verbessert werden muss.

  • Gratis S. 35-41

    Polen nach den Parlamentswahlen vom September 2001Die Karten werden neu gemischt

    In Polen regiert als Ergebnis der jüngsten Parlamentswahlen eine Koalition zwischen postkommunistischen Sozialisten und der Bauernpartei unter Führung des früheren KP-Funktionärs Leszek Miller. Auch die neue Regierung setzt alles daran, möglichst bald die Aufnahme Polens in die Europäische Union zu erreichen. Der Episkopat steht einer Integration Polens in das EU-Europa inzwischen positiver gegenüber als vor Jahren.

  • Gratis S. 41-46

    Hilft Spiritualität bei der Bewältigung schwerer Krankheit?Glauben ist keine Wunderdroge

    Vor allem in den USA ist derzeit eine Renaissance des Religiösen und Spirituellen im Zusammenhang mit Krankheit und Gesundheit zu beobachten. Steckt mehr dahinter als etwa die Alltagsvermutung, dass optimistische Menschen länger leben, fragt der Arzt und Psychoanalytiker Eckhard Frick, Leiter der Projektgruppe Psychoonkologie am Klinikum München. Sein Plädoyer: Der Bereich des Spirituellen darf in der Sorge für kranke Menschen nicht völlig ausgeblendet werden.

  • Gratis S. 46-50

    Kirche und Theologie in entchristlichter GesellschaftZukunftslaboratorium Tschechien

    Nur etwa 25 Prozent der Tschechen gehören einer Kirche an, das entspricht etwa den Werten in Ostdeutschland. Unter diesen Bedingungen Kirche aufzubauen und Theologie zu treiben, ist eine besondere, aber gleichzeitig für die Zukunft des Glaubens in ganz Europa aufschlussreiche Herausforderung. Helmut Renöckl, Professor für Theologische Ethik und Sozialethik an der Linzer Theologischen Universität und gleichzeitig an der Universität Budweis tätig, resümiert seine Erfahrungen der letzten zehn Jahre.

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