EditorialLasst uns reden

Eine Kirche in Augsburg war über Nacht zur Zielscheibe von Vandalen geworden. Unbekannte hatten mit ungelenken Graffiti-Strichen ein umgedrehtes Kreuz, ein Pentagramm und die Zahl 666 an die weiße Fassade gesprüht. Eher billige Provokation als fundierte Kritik. Und trotzdem blieb man in der Augsburger Gemeinde ruhig.

Statt die Schmiererei abzudecken, wurde ein großes Plakat aufgestellt: „Wer schreibt denn heute noch an die Wand? Schreibt uns doch auf Instagram!“ Wie einfach – und wie menschlich – wäre es, auf so einen gedankenlosen Angriff mit Wut zu reagieren, alles daranzusetzen, die Täter vor Gericht zu bringen und schwer zu bestrafen. Stattdessen auf ein Gesprächsangebot zu setzen, ist ein Zeichen von echter Größe. Und ein gutes Vorbild für eine Zeit, in der der Einfluss des Christentums abnimmt und die Kirchen lernen müssen, mit mehr und mehr Gegenwind zu leben. Wie schon Schulkinder lernen, für Dialog offen zu bleiben – und warum sie damit manchem Weltpolitiker etwas voraus haben –, erklären Bettina Meinert und Felix Evers. Und Judith Rosen beschreibt in unserer Bildbeilage, warum man sogar mit den scheinbar so wilden Normannen oft gut reden konnte.

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