Ihre PostLeserbriefe

Kern der Kirche

Zum Zeitgang „Auch heute klopft Jesus an die Tür“ (CIG Nr. 38, S. 3)

Wieso meint Tomáš Halík, dass sich innerhalb der Kirche keine „Marginalisierten“ befinden? Einsame Menschen suchen in der Kirche Nähe, kranke Menschen Heilung und Stärkung, alte Menschen Begegnung, Trauernde Trost, arme Menschen Hilfe. Ich selbst habe dort in Notsituation Halt und Glaubensbestärkung durch Glaubensgeschwister gesucht und auch gefunden.

Aber auf einmal verstärkt „hinauszugehen“, weil immer weniger kommen, könnte meiner Meinung nach auch ein Diffundieren der Glaubensgemeinschaft bedeuten. Denn der Kern des Glaubens mit Evangelium und Eucharistie als Kraft- und Motivationsquelle bleibt unverzichtbar. Mir stellt sich eher die Frage, welche Menschen diesen Kern heute noch authentisch und mit Strahlkraft nach außen vertreten können.

Beate Koch, Steinfurt

Lesungsbericht

Zum Beitrag „Lebendiges Gotteswort“ (CIG Nr. 38, S. 8)

Neulich fehlte in der Kirche der übliche Lektor und ich meldete mich spontan als Ersatz. Zur Einleitung betonte ich, dass die Lesung dem Zweiten Petrusbrief entnommen sei. Als ich zum Abschluss sagte: „So weit die Lesung aus dem Zweiten Petrusbrief“, hob der Zelebrant erstaunt den Kopf und die Antwort der Gemeinde „Dank sei Gott“ kam erst nach einer deutlichen Schrecksekunde. Am nächsten Sonntag las der gewohnte Lektor wohl aus Versehen dieselbe Lesung noch einmal vor. Es gab keinerlei Reaktion und die Antwort auf „Wort des lebendigen Gottes“ kam automatisch … Da frage ich mich: Wie lebendig ist das Gotteswort?

Josef Lüther, Glashütten

Ehrenamtlich

Zum Interview „Viele haben Angst, dass es auch sie trifft“ (CIG Nr. 37, S. 3)

Das Geben von Almosen ist bei den Tafeln nicht der einzige Aspekt. Die Tafeln sind durchaus komplex und herausfordernd, was Organisation und Abläufe anbelangt. Relevant ist ein vielfältiges Engagement, meist von Ehrenamtlichen getragen. Auch hier gilt: Frage nicht, was die Gemeinschaft für Dich tut, sonden was Du für die Gemeinschaft tun kannst. Tafeln sind damit nicht zuletzt ein vielfältiges Beziehungsgefüge. Zahlreiche Menschen bringen ihre Zeit, Kompetenz und Kraft als Geschenk ein.

Johannes Warmbrunn, Esslingen

Schaffe, schaffe

Zum Kommentar „Streng.Dich.an!“ (CIG Nr. 37, S. 2)

Lange herrschte in Deutschland die Erzählung vor: Schaffe schaffe, Häusle baue – wer mehr arbeitet, wer mehr hat, dem geht es auch besser. In begrenztem Maße mag das tatsächlich noch immer stimmen, aber vielfach übertreiben wir es, was zu Überforderung, Krankheit, fataler Ungleichheit, im Extremfall bis zum Tod führt. Genug heißt weder zu wenig noch zu viel zu haben. Ein endloses Wachstum führt nicht zu endlosem Wohlstand, sondern zur Selbstvernichtung.

Norbert Müsch, Rees

Mit dem Kommentar bin ich nicht einverstanden. Ich finde ihn einseitig. Wer die „Ethik des Genug“ ausruft, ruht sich auf den Leistungen der Vorfahren aus. Was wären wir ohne das, was unsere Ahnen geschafft haben, insbesondere die Generation nach dem Krieg?

Marianne Fester-Boos, Sigmaringen

Verführung

Zum Beitrag „Flagge zeigen“ (CIG Nr. 37, S. 4)

Ich fühle mich direkt angesprochen, Flagge zu zeigen. Auch eine meiner Verwandten wurde vom NS-Regime ermordet. Wir müssen einander wachrütteln, indem wir Älteren unseren Kindern erzählen, was passiert ist, dass sie sich nicht verführen lassen. Hoffentlich machen die vielen guten Initiativen im Bereich der Behindertenarbeit lautstarke Proteste gegen das Unwesen, das die AfD treibt. Mein Dank an Gotthard Fuchs und andere Warner ist groß. Ich werde versuchen, die Arbeitshilfe Dem Populismus widerstehen der DBK zu verbreiten.

Irmgard Becker, Biebergemünd

Wo stehen wir Christinnen, Christen und Kirchen im Kampf um die Demokratie? Warum haben wir so wenig Stimme? So fragt Gotthard Fuchs. Ich versuche eine Antwort: Unsere katholische Kirche ist streng hierarchisch strukturiert. Wie kann ein Blinder von der Farbe reden?

Hans-Jürgen Oeynhausen (auf cig.de)


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