Ihre PostLeserbriefe

Klimmzüge

Zum Zeitgang „Leben ist Körper“ (CIG Nr. 26, S. 3)

Die Reliquienverehrung hat im Laufe der Kirchengeschichte seltsame Blüten getrieben. Man kann das heute respektieren oder auch darüber schmunzeln. Ob es aber solcher theologischer und philosophischer Klimmzüge bedarf, um ihre Sinnhaftigkeit zu belegen, wie sie in dem Beitrag über die Windel Jesu vorgenommen werden?

Karl Josef Wendling, Bous

Eine Lektion

Zum Kommentar „Es ist an der Zeit!“ (CIG Nr. 26, S. 2)

Für die katholische Kirche und vor allem für wichtige Amtsträger ist das Kölner Urteil zu Schadensersatzzahlungen für Missbrauchsopfer eine überdeutliche Lektion: Wer wichtige biblische Weisungen nicht achtet und auch die eigene Soziallehre mit Füßen tritt, der muss im Rechtsstaat von Gerichten vernehmen, was Recht und Gerechtigkeit ist.

Bruno Authaler (auf cig.de)

Göttlicher Zorn

Zum Bericht „Die Sprache des Krieges“ (CIG Nr. 26, S. 4)

Der Krieg in der Ukraine beschäftigt jede Christin und jeden Christen, wenn nur ein Funken von Bewusstsein für das politische Weltgeschehen vorhanden ist. In Freises Theologie wird zitiert, dass sich Jesus als Friedensprophet fühlte. Ich habe diese Aussage noch nirgends gelesen. Für mich steht Jesus auch für seinen Zorn, als er die Händler im Hause seines Vaters (dem Tempel) vertrieb. Man muss sich nicht alles gefallen lassen! Die zögerliche militärische Unterstützung des ukrainischen Volkes verursacht viel zu viele Tote.

Dr. Ernst Ammann, Lindau

Auf der Suche nach einer adäquaten Reaktion auf Putins Angriffskrieg will ich weder durch Waffenlieferungen an die Ukraine als Kriegstreiber noch durch Friedensspekulationen als naiver Idealist verstanden werden. Bei der Alternative des dritten Wegs geht die Macht vom Volk aus, das geeint, unerschrocken, mit langem Atem gewaltlos den Unterdrückern Widerstand leistet. Die „Gewalt der Friedfertigen“ (Frère Roger) hat Gewaltsysteme zum Einsturz gebracht.

Dr. Klaus Beurle, Pfarrer i.R., Würzburg

Psalmen-Yoga

Zum Artikel „Beten auf der Yoga-Matte“ (CIG Nr. 26, S. 5)

Mein Yoga ist Lob Gottes. Mein tägliches Morgenlob umfasst Gebete, Singen von Mantras und Halleluja, Atemübungen (Pranayama), Gymnastik/Körperübungen (Asanas) und Meditation. Bei den Atem- und Körperübungen rezitiere ich im Geiste aus den Psalmen. Die Psalmen sind für mich ein unermesslicher Schatz – das Wort Gottes –, und dank Yoga komme ich den „Glücklichen“, wie sie Henri Nouwen beschrieben hat, immer näher: „Wie glücklich sind diejenigen, die keine Bücher mehr brauchen, weil sie die Psalmen in ihren Herzen tragen, wo immer sie stehen und gehen.“

Sabine Krohner, Bad Arolsen

Weinpanscher

Zum Wochenrückblick „Leucht-Splitter“ (CIG Nr. 26, S. 2)

Der richtige Wein in der Liturgie ist eine Frage der Wahrhaftigkeit des Produktes und des Gebrauchenden. Alles andere wird in jeder Branche strafrechtlich verfolgt. Es geht hier nicht um einen buchhalterischen Gott, sondern um Authentizität und Aufrichtigkeit des Feiernden vor sich selbst und einem Gott, der die Wahrheit ist. So stellt sich an die spottenden Atheisten die Frage: Gebt ihr euch mit Weinpanschern zufrieden – oder könnt ihr das Echte schmecken?

Maria Clemens, Augsburg

Ein Umbruch

Zum Beitrag „Herantreten“ (CIG Nr. 26, S. 8)

Beim Lesen ging mir das Herz auf. Eucharistiefeiern fanden bei den frühen Christen in Wohnungen und Hauskirchen statt. Wenn es vereinfacht betrachtet wird, dann hat die Konstantinische Wende Anfang des vierten Jahrhunderts zu einem gewaltigen Umbruch in der von Jesus Christus gegründeten Kirche geführt. Konstantin hat mit der Umwidmung von Basiliken (die ursprünglich rein weltliche Versammlungsorte waren) in christliche Gotteshäuser den Auftrag Jesu falsch eingeordnet.

Gert Scholand, Siegburg


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