ErnährungskriseTeller statt Tank

Angesichts der zunehmenden Hungergefahr in der Welt dürften nicht weiter Nahrungsmittel im Tank statt auf dem Teller landen.

Die Beimischung von Weizen und anderem Getreide zu Kraftstoffen („Biosprit“) muss sofort aufhören. Das fordert Marlehn Thieme, die Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe. Durch den Krieg in der Ukraine seien Lager zerstört, Transportwege abgeschnitten worden. Angesichts der zunehmenden Hungergefahr in der Welt dürften deshalb nicht weiter Nahrungsmittel im Tank statt auf dem Teller landen. „In Amerika werden bis zu 40 Prozent der Getreide- und Fruchternte in Biosprit verwandelt“, rechnet Thieme im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen vor. „Allein mit der amerikanischen Biospritproduktion könnte man 320 Millionen Menschen ernähren.“

Auch Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe, sagt: „Pflanzen anzubauen, um sie in Autos zu verbrennen, ist ein massives Problem.“ In der Augsburger Allgemeinen führte er jetzt aus: „Allein für die in Deutschland getankten Agrokraftstoffe sind weltweit etwa 1,9 Millionen Hektar Agrarland belegt – eine Fläche größer als Sachsen.“

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