Politik in schweren ZeitenGute Führung

Wir sind ein Land der Kritiker und Nörgler, der Zögerer und Zauderer. Zum Glück geht es auch anders.

Es wird zu viel lamentiert in unserem Land. Das ist keine neue Erkenntnis. Das war schon immer so. Auch wenn die Zeiten gut sind (Frieden), die Erfolge groß (wirtschaftliche Spitzenleistungen) und die Erlebnisse schön (Urlaub im Ausland): Es gibt immer was zu nörgeln.

Jetzt aber hat sich bleierne Düsternis über uns gelegt. In atemberaubend kurzer Zeit von nur etwas mehr als zwei Monaten hat der russische Tyrann Putin nicht nur die Ukraine zerbombt, sondern auch unser Selbstverständnis von dauerhaftem Wohlstand in Frieden in Schutt und Asche gelegt. Jetzt herrschen Unsicherheit vor der Zukunft im Allgemeinen und Angst vor Krieg im Besonderen. Jedes abscheuliche russische Kriegsverbrechen verfolgen wir in den täglichen Nachrichten, und seine Auswirkungen merken wir unmittelbar an der Ladenkasse. Die Inflation ist so hoch wie seit 40 Jahren nicht mehr. Es gibt jetzt noch mehr Grund, sich zu beklagen.

Wer liefert die besten Waffen?

Auf Platz eins der Lamento-Charts: Deutschland ist plötzlich ein Land der Zögerer und Zauderer, weil wir nicht noch viel schneller, perfekter und organisierter schwere Waffen an die Ukraine liefern als alle anderen. Das ist für uns besonders schlimm. Wir kommen ja gut klar, wenn andere uns nicht mögen. Aber wenn andere uns nicht mehr respektieren, dann sind wir wirklich ins Mark getroffen. Auch wenn der Vorwurf des Zögerns und Zauderns sachlich falsch und politisch fragwürdig ist: Eingeräumt sei, dass Bundeskanzler Scholz nicht besonders erfolgreich dabei ist, ihn auszuräumen. Hanseatisch kühl bis arrogant werden Kritiker abgekanzlert. Das macht aber nichts. Denn wer Führung bei Olaf Scholz bestellt, bekommt sie im Moment von Robert Habeck.

Sagen, was ist

Der Vizekanzler dieser Republik hätte wohl nie zu träumen gewagt, dass einem Wirtschaftsminister einmal eine solch dominierende Gestaltungskraft zukommen würde (und Christian Lindner wohl auch nicht). Habeck liefert: Binnen weniger Wochen ist es ihm gelungen, Deutschland in absehbarer Zeit so aus der Energieabhängigkeit von Russland zu befreien, dass wir gegen Putin deutlich handlungsfähiger werden. Ein Öl-Embargo gegen Russland, nötiges Rückgrat neuer Sanktionen, ist nun möglich. So wird Deutschland plötzlich vom Zögerer zum Antreiber – nicht durch Worte, sondern durch Taten. Habeck begleitet diese Erfolge mit vorbildhafter Kommunikation – schonungslos, anspruchsvoll und ehrlich: Ohne russisches Öl werde es auch „rumpelig“ werden bei uns, sagte er zum Beispiel jüngst. Diese Politik, die ermöglicht, und dieses Reden, das erklärt, darf man ruhig auch mal laut wertschätzen. Gerade in diesen Tagen der großen Sorge, der schnellen Kritik, des ostentativen Jammerns. Denn es wird zu wenig gewürdigt in unserem Land.

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