Die Grundlage aller WeltreligionenDie Goldene Regel

Familien, Gemeinschaften, Kulturen, Nationen und Religionen sind auf dieses Prinzip festzulegen.

Gibt es Werte, auf die sich Menschen unterschiedlicher Kultur, Religion und Nationalität einigen können? Diese Frage beschäftigte Hans Küng. Es ging ihm mit der von ihm gegründeten Stiftung Weltethos um Frieden und damit um die Zukunft der globalen Gemeinschaft – die Zukunft der kommenden Generationen auf diesem Planeten. „Weltethos“ zeigt, was die Weltreligionen als gemeinsame Wertegrundlage haben.

Dazu gehört das Prinzip der Goldenen Regel, die sich seit Jahrtausenden in vielen religiösen und ethischen Traditionen der Menschheit findet: Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg auch keinem anderen zu. In der Bibel findet sich diese Regel im Alten Testament, im Buch Tobit: „Was du hasst, das tu niemand anderem an!“ (4,15). Auch Jesus formuliert sie im Neuen Testament: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!“ (Mt 7,12; vgl. auch Lk 6,31). Ähnliche Lehrsätze wurden ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. in religiösen und philosophischen Texten aus China, Indien, Persien, Altägypten und Griechenland überliefert. In der Erklärung zum Weltethos des Parlaments der Weltreligionen, die Hans Küng herausgegeben hat, heißt es daher auch, dass die Goldene Regel als unverrückbare, unbedingte Norm für alle Lebensbereiche angesehen werden soll.

Das bedeutet: Familien, Gemeinschaften, Kulturen, Nationen und Religionen sind auf dieses Prinzip festzulegen. Bereits für jüngere Kinder sind die Werte, die das Zusammenleben prägen, lebensbestimmend. Schon im Kindergartenalter erleben die Jüngsten, dass sie in einer religiös pluralen Gesellschaft leben, und sie lernen schon früh unterschiedliche Religionen kennen. Daher ist es für sie schon dann von Bedeutung, zu entdecken, dass es in den Schriften der Religionen gemeinsame Werte gibt, die bei aller Unterschiedlichkeit für alle gelten können und sollten. Eltern und Menschen in pädagogischen Berufen können durch Wertebildung viel zu einem friedlichen Miteinander in der Familie, in der Kita, in der Schule und damit in unserer Gesellschaft beitragen. Heike Helmchen-Menke

ELFTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (B), 13. JUNI 2021

1. Lesung: Ich mache den niedrigen Baum hoch (Ez 17,22–24).

2. Lesung: Wir suchen unsere Ehre darin, dem Herrn zu gefallen (2 Kor 5,6–10).

Evangelium: Die Zeit der Ernte ist da (Mk 4,26–34).

An den Werktagen

Mo., 14.6.: Montag der 11. Woche im Jahreskreis, Les.: 2 Kor 6,1–10, Ev.: Mt 5,38–42.

Di., 15.6.: Les.: 2 Kor 8,1–9, Ev.: Mt 5,43–48; oder hl. Vitus, Märtyrer.

Mi., 16.6.: Les.: Mt 5,43–48, Ev.: Mt 6,1–6.16–18; oder hl. Benno, Bischof von Meißen.

Do., 17.6.: Les.: Kor 11,1–11, Ev.: Mt 6,7–15.

Fr., 18.6.: Les.: 2 Kor 11,18.21b–30, Ev.: Mt 6,19–23.

Sa., 19.6.: Les.: 2 Kor 12,1–10, Ev.: Mt 6,24–34; oder hl. Romuald, Abt; oder Mariengedächtnis am Samstag.

STUNDENGEBET: Dritte Psalmenwoche

Anzeige
Anzeige: Haltepunkte

Der CiG-Newsletter

Ja, ich möchte den kostenlosen CIG-Newsletter abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.