Schmieden für Frieden

© Foto: epd-Bild

„Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen“, heißt es beim Propheten Micha (4,3). Der Vers wurde zum Slogan der Friedensbewegung in Ost- und Westdeutschland, durfte aber ab 1982 in der DDR nicht mehr verwendet werden. Trotz des Verbots fand im September 1983 auf dem Wittenberger evangelischen Kirchentag die „Schmiede-Aktion“ statt. Über zweitausend junge Leute trafen sich dort im Lutherhof und verfolgten, wie der Schmied Stefan Nau ein Schwert zu einer Pflugschar umformte (Bild). Unter den Anwesenden waren auch westliche Medienvertreter und der damalige Regierende Bürgermeister von West-Berlin, Richard von Weizsäcker. Vermutlich war das der Grund dafür, dass die Staatsorgane nicht eingriffen. Die spektakuläre Aktion wurde zu einem Symbol der christlichen Friedensbewegung in der DDR. Organisiert wurde sie vom Wittenberger Friedenskreis unter der Leitung von Friedrich Schorlemmer, der Prediger an der Schlosskirche war. Stefan Nau verließ nach der Aktion die DDR, weil er durch fehlende Aufträge in den finanziellen Ruin getrieben wurde.

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