Sankt Paul in MacauPekings Licht an der Kirchenwand

Die historische Fassade der Kirchenruine Sankt Paul in Macau ist anlässlich des siebzigjährigen Bestehens der Volksrepublik China für politische Botschaften Pekings benutzt worden. Bei einer Lichtshow wurden unter anderem die chinesische Flagge, das chinesische Wappen und Polit-Propaganda auf das historische Wahrzeichen aus dem siebzehnten Jahrhundert projiziert. Das hat die Kirchenleitung des Bistums Macau scharf kritisiert. Auch wenn jene Ruine nicht mehr im Kirchenbesitz sei, bleibe sie doch ein Symbol des christlichen Glaubens.

Die Ruinen der Pauluskirche wurden 2005 als Teil des historischen Zentrums Macaus in das Unesco-Welterbe aufgenommen. 1565 waren Jesuiten nach Macau gekommen. 1594 gründeten sie dort die erste westliche Universität im Fernen Osten. Die Pauluskirche wurde von 1602 bis 1640 auf dem Universitätsgelände von chinesischen und japanischen Handwerkern erbaut. 1835 fiel der gesamte Komplex bis auf die Fassade einer Feuersbrunst zum Opfer.

Seit der Rückgabe Macaus durch die einstige Kolonialmacht Portugal an China vor zwanzig Jahren ist das Gebiet ebenso wie der Nachbar Hongkong eine chinesische Sonderverwaltungszone mit weitreichenden Autonomierechten, bis 2049 vertraglich gewährt. Anders als in Hongkong gab es in Macau bisher keine Proteste gegen Pekinger Übergriffigkeit.

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