Kinder und JugendlicheGeneration Rücksichtslos?

Ein erschreckend hoher Anteil der Kinder und Jugendlichen in Großstädten zeigt Schwierigkeiten im sozialen Miteinander. Jedes fünfte Kind und sogar jeder dritte Jugendliche habe einen mangelhaft ausgeprägten Gemeinschaftssinn. Das belegt eine Studie der Bepanthen-Kinderförderung. Dafür wurden Interviews mit Kindern, Jugendlichen und deren Eltern geführt.

Besonders die befragten Jungen zeigen ein fehlendes Einfühlungsvermögen in andere. Von den Mädchen hingegen haben deutlich mehr als die Hälfte ein überdurchschnittliches Empathievermögen, das sich mit dem Alter sogar noch steigert. Über die gesamten Altersklassen von sechs bis sechzehn Jahren zeigen sich bei den Mädchen tendenziell stetig steigende, bei den Jungen stetig sinkende Empathiewerte. Etwa ein Viertel der Kinder hat nach der Studie Erfahrungen mit Mobbing gemacht. Von den Jugendlichen neigt knapp ein Drittel zu einem starken Abwertungsverhalten. Aussagen wie „Die Gesellschaft nimmt zu viel Rücksicht auf Versager“ oder „Es gibt Gruppen in der Bevölkerung, die weniger wert sind als andere“ stimmte ein Drittel der Jungen und 22 Prozent der Mädchen zu.

Die Studie konnte einen Zusammenhang zwischen dem finanziellen Hintergrund der Jugendlichen und ihrem Gemeinschaftssinn belegen. So neigt rund die Hälfte der Jugendlichen mit niedrigem sozioökonomischen Status dazu, Randgruppen und Minderheiten abzuwerten, bei ihren Altersgenossen aus bessergestellten Haushalten waren es weniger als ein Fünftel. Außerdem orientierten sich Kinder an ihren Eltern. Wenn die Eltern eine unsoziale Einstellung an den Tag legen, prägt das auch ihre Kinder.

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