100 Jahre Heinrich BöllWider den Halbschlaf

Einer wie Heinrich Böll fehlt. Der Schriftsteller, der vor hundert Jahren geboren wurde, mischte sich ein, sein Werk erreichte Weltbedeutung, wofür er den Literaturnobelpreis erhielt. Böll scheute jedes Duckmäusertum, suchte nach Sinn und verabscheute das falsche im richtigen Leben.

Deutschland döst. So jedenfalls lautet der Befund des jungen Schriftstellers Simon Strauß. Im Magazin der „Frankfurter Allgemeinen“ schilderte er soeben eine Reise durch die Republik und erzählte von seinen Erlebnissen zwischen Nordsee und Allgäu. Strauss orientierte sich dabei an zwei Ereignissen: an der zurückliegenden Bundestagswahl sowie dem bevorstehenden Weihnachtsfest. Irgendwie sei vieles im Halbschlaf, in Ruhe, manches auch ziemlich ruhiggestellt. Unser Land befinde sich wie im Halbschlaf. „Nicht völlig verträumt, das nicht, aber auch nicht hellwach, das nun wirklich nicht. Die Institutionen arbeiten, die Räder drehen sich, ein bisschen zu viele Abgaben, ein bisschen zu wenig Zinsen, aber solange die Rotweinpakete von Amazon geliefert und Steuererhöhungen ausgeschlossen werden, ist eigentlich alles gut.“

Strauss, der im Sommer mit einem Essay über die sieben Todsünden („Sieben Nächte“) für Aufsehen gesorgt hat, hinterfragt dieses vermeintliche „Alles gut“ in einer Manier, wie man sie von den Schriftstellern der frühen Bundesrepublik kennt, von Grass, Walser, Bachmann, Handke oder Johnson. Der Künstler als Rufer in der Wüste, als achtsamer Beobachter des Zeitgeistes, der daran erinnert, dass ein Kollektivschlaf, wie er Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg erfasst hatte – und anscheinend jetzt wieder Raum greift –, Stillstand und Reaktion bedeutet. Man möchte mit dem biblischen Spruch antworten: „Wie lang willst du noch daliegen, wann willst du aufstehen von deinem Schlaf?“ (Spr 6,9).

Es ist in diesem Kontext und so kurz vor Weihnachten nur folgerichtig, an Heinrich Böll zu erinnern. Der Literaturnobelpreisträger von 1972 war ein ebensolcher Rufer wider den gesellschaftlichen Halbschlaf, ein Moralist und Friedenskämpfer, ein Zweifler, zugleich ein Liebender und Glaubender, eine adventliche Existenz. Am 21. Dezember vor hundert Jahren wurde er in Köln geboren.

Die Domstadt widmete bereits seit September zahlreiche Veranstaltungen ihrem Ehrenbürger. Ob Stadtbibliothek, Volkshochschule, Historisches Archiv (das beim Einsturz-Unfall 2009 wertvolle Dokumente Bölls verlorengeben musste), ob Schauspielhaus, Oper oder Museum Ludwig: Sie tragen kreativ dazu bei, einen der bedeutendsten Literaten deutscher Sprache neu ins Bewusstsein zu heben. Auch in anderen Teilen der Bundesrepublik wandten sich kirchliche Akademien, Zeitungen, Schriftsteller oder Filmleute der Wirkungsgeschichte des Böll-Kosmos zu.

Die Wunden der Existenz

An diesem interessiert die meisten Leute vor allem der politische und öffentliche Schriftsteller, der sich bis zu seinem Tod leidenschaftlich einmischte als Fürsprecher für kleine Leute, als Vorsitzender der internationalen Schriftstellervereinigung, als Bürger, der sich in der Friedensbewegung gegen Nachrüstung engagierte, Partei ergriff für verfolgte Schriftsteller wie Alexander Solschenizyn oder Lew Kopelew. Das konnte sogar Terroristen einschließen, weshalb er jahrelang als Wegbereiter des linken RAF-Terrors verleumdet wurde. Eine Tatsache, die seinen Sohn, René Böll, erst kürzlich dazu veranlasst hat, diese Medien-Kampagne für den frühen Tod seines Vaters verantwortlich zu machen.

Biografen haben errechnet, dass die Interviews und politischen Essays des Autors ein beträchtliches Gewicht innerhalb seines Gesamtwerks einnehmen. Nicht zu vergessen ist, dass eine politische Stiftung – die der grünen Partei, an deren Gründung er mitbeteiligt war – seinen Namen trägt und dass auch zahlreiche Schulen nach ihm benannt sind. Auf das dichterische Werk wiederum hat sich eine eigenartige Patina gelegt. Manche bedauern, dass seine Romane, Erzählungen und Gedichte kaum noch gelesen werden. Schaut man sich aber an, welche Böll-Bücher auch heute noch verkauft werden, ist das zu bezweifeln. Ganz vorne liegt der Roman „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, die Auseinandersetzung mit Meinungsmache und Terror, gefolgt vom wunderbar kurzweiligen Erzählband „Irisches Tagebuch“.

Heinrich Böll hatte es nach dem Krieg wie kein anderer geschafft, Millionen von Menschen unmittelbar anzusprechen, zunächst durch Hörspiele und Erzählungen, dann durch die frühen Romane. „Und sagte kein einziges Wort“ (1953), „Haus ohne Hüter“ (1954), „Das Brot der frühen Jahre“ (1955) erzählen Kriegs- und Nachkriegsgeschichten. „Billard um halb zehn“ oder „Gruppenbild mit Dame“ befassen sich je anders mit der Wirkung des Kriegs auf die Seelen der Einzelnen sowie auf die gesellschaftlichen Milieus.

Heinrich Böll konnte etwas im Herzen zum Klingen bringen, das in den Jahren des Wirtschaftswunders und der noch ausstehenden Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit von vielen geschätzt wurde. Er erzählte von den Wunden der Existenz angesichts von Krieg, Vertreibung und Flucht und widerstand bewusst einer geistigen Verdrängung. Diese Fähigkeit war zudem aufs Engste verknüpft mit Bölls Lebensengagement, mit seiner Auffassung von Gerechtigkeit und Bürgersinn und – was heute meistens vergessen wird – mit seiner religiösen Haltung als kritischer Katholik. Er konnte in einem franziskanisch-christlichen Geist über jene Menschen schreiben, welche die Bergpredigt Jesu „die Armen“ nennt.

Vertrauen in dunkelsten Zeiten

Der Theologe Fulbert Steffensky hat in der Zeitschrift „Zeitzeichen“ die Anziehungskraft des Böll’schen Werks für seine Generation näher so gekennzeichnet: Es habe für sie nicht viele „Väter, Dichter, Theologen und Lehrerinnen“ gegeben, denen man vertrauen wollte. „Die Alten standen unter dem Generalverdacht, in der finsteren Zeit geschwiegen, zugeschaut oder mitgemacht zu haben. Nach der Zeit des Verrats kam die Zeit des Verschweigens. Der Wohlstand wuchs, die Städte wurden aufgebaut, die Institutionen machten weiter, als sei nichts geschehen. Dann lasen wir Heinrich Böll. Er war in der Nazizeit und im Krieg kein Mensch des Widerstands, aber danach einer, der die Mauern der unerlaubten Selbstverständlichkeiten durchbrach. So verschlungen wir seine Bücher.“

Bereits früh in den fünfziger Jahren erntete Böll für seine Fürsprache für die „kleinen Leute“ aber auch beißende Kritik: Er sei „ein Gutmensch“. Ilija Trojanow, der in diesem Jahr mit dem Böll-Preis geehrt wurde, hat diese Einschätzung energisch zurückgewiesen. Bereits Goethe habe „das Gutmenschliche“ als einziges Merkmal herausgestellt, das den Homo sapiens von Primaten unterscheidet: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.“ Und er hat den Typus des „Gutmenschen“ als den eigentlichen Verteidiger der Menschen eingestuft, der sich nicht der „neuen Unübersichtlichkeit“ komplexer gesellschaftlicher Vorgänge beugt, sondern die Opfer globaler Dauerkrisen sichtbar macht und ihnen beisteht. „Es ist kommod und bequem, alles zu akzeptieren, sich nicht zu wehren, sich abzukapseln, sich nicht ins Offene zu wagen, sich zu schützen, die Waffen zu strecken vor dem Erdrückenden, dem Überwältigenden. Daher der Hass auf Gutmenschen.“

Die Rettung des Zuhälters

Wie entschieden Heinrich Böll auf Vorwürfe, er sei naiv, reagieren konnte, zeigt ein altes Interview im „Spiegel“. Damals unterstützte der Schriftsteller die Aktion des Rettungsschiffs „Cap Anamur“ um Rupert Neudeck, das Menschen aufnahm, die vor dem Vietnamkrieg aufs Meer geflohen waren. Ob es ihn nicht störe, wollten die Reporter von Böll wissen, dass unter den bedingungslos aufgenommenen Flüchtlingen auch Verbrecher sein könnten. Er würde jeden retten, so Böll, auch wenn er wüsste, dass es sich um einen Zuhälter handelt. „Ich habe einen furchtbaren Schrecken, einen physischen, einen intellektuellen und einen metaphysischen Schrecken vor dem Wort Selektion.“ Dann gab er den tieferen Grund für seine Ansicht zu erkennen. „Es gibt für mich den Menschgewordenen. Und weil der den Menschen, jeden Menschen, ernstnimmt in all seinen Dimensionen, muss ich das auch tun.“

Heinrich Böll war in einer liberalen katholischen Kölner Familie aufgewachsen. Seine eigene Kindheit war, wie die neue Biografie von Jochen Schubert (bei Theiss) darlegt, von der Tragik der Weltwirtschaftskrise mit all ihren Folgen für eine kleinbürgerliche Welt geprägt. Die Jugendzeit, so Schubert, empfand Böll als „eine krisenhafte Zeit des Leidens“. Er vertiefte sich in die Romane von Dostojewski. Auf seiner Suche nach Sinn begegnete er dem Kölner Priester Robert Grosche, einem kirchlich Konservativen, der aber aufgeschlossen war für einen existenziellen Zugang zu Glaube und Kultur und der junge Leute zu literarischen Gesprächen einlud. Dort wurden Werke von Léon Bloy, Georges Bernanos oder Paul Claudel gelesen. Aus den Lektüretreffen entwickelte sich bei Böll ein religiöses Zu-sich-selber-Kommen.

Die Auseinandersetzung Bloys mit dem Kreuz Christi schlug, wie Böll einmal mitteilte, „wie eine Bombe ein“. Bei Bloy hieß es: „Jesus, der Gottessohn, das fleischgewordene Wort, der Stellvertreter der ganzen Menschheit, trägt also dies Kreuz, das größer ist als er und ihn zu Boden drückt.“ Von hier aus erklärt sich ebenfalls, weshalb Böll später sagte: „Im Grunde interessieren mich als Autor nur zwei Themen: die Liebe und die Religion.“

Ansichten eines Clowns

Nach dem Abitur musste Böll zum Arbeitsdienst, der fast nahtlos überging in den Militärdienst bei der Wehrmacht und in die Gnadenlosigkeit des von Hitler angezettelten Weltkriegs. Die vielen Feldpostbriefe Bölls belegen, wie sehr er den Krieg verabscheute. Im November 1943 schrieb er: Der Krieg ist „grausam, böse und schrecklich“. Laut Jochen Schubert konnten aber auch die schlimmsten Anfechtungen in dunkelsten Zeiten Heinrich Böll nicht von seiner Hoffnung abbringen, dass „Gott lebt“. Es war eine ur-existenzielle Erfahrung, die Böll trotz Kriegsgefangenschaft, trotz mehrerer Verwundungen und seelischer Erschütterungen erhalten blieb bis zum Tod 1985.

Bölls Werk kann, wie er es selbst in seinen „Frankfurter Vorlesungen“ 1967 vorgetragen hat, als „Ästhetik des Humanen“ verstanden werden. Dazu gehörte grundlegend, dass er das religiöse Verständnis des Christentums, wonach mit Jesus Christus Gott in diese Welt inkarniert, eingefleischt ist, tief verinnerlicht hatte und ins allgemein Humane übertrug. Gott in Welt. Das hat neulich der Tübinger Theologe Karl-Josef Kuschel in der Katholischen Akademie Freiburg erläutert. Im Schattenkosmos der deutschsprachigen Literatur seien es die vom Leben „verbeulten“ Personen, deren Kämpfe um Gleichheit und Würde inmitten eines schmutzigen Alltags, die Bölls Werk so unverwechselbar machten.

Zum Beispiel die zwei jungen Menschen in dem erst nach seinem Tod veröffentlichten Roman „Der Engel schwieg“. Er ist Kriegsheimkehrer, sie hat gerade ihr neugeborenes Kind begraben müssen. Beide begegnen sich in einem Krankenhaus. Sie bleiben zusammen, ohne dass sie wirklich wissen, warum. Doch nach ein paar Wochen kommt es zu einer zeichenhaften Begegnung der Liebenden.

„Komm, sagte er leise und hob sein Glas, du bist jetzt meine Frau, willst Du es sein? Ja sagte sie ernst, ich will es. Ich werde dich nicht verlassen, solange ich lebe.“ Der Kriegsheimkehrer erklärt der Frau, dass er ihr Messwein eingeschenkt hat. Sie erschrickt. „Keine Angst, sagte er und legte seine Hand einen Augenblick auf ihren Arm. Es ist Wein, nur Wein. Glaubst du denn daran? – Ja, ja, sagte sie, ich glaube daran, Du nicht? – Doch, … ich hatte auch Angst, jetzt nicht mehr.“ In dieser Szene ereignet sich eine tiefere Wirklichkeit. Kuschel: „Gottes Präsenz mitten im Alltag der Welt, Gottes Zuwendung zu Menschen, wo und wie auch immer sie leben. Ein amtskirchlicher Sakramentsverwalter ist dafür unnötig.“

Man muss die These Kuschels, dass die „Sakramentalisierung des Alltags“ in einem „Großteil der Böll’schen Romane und Erzählungen“ eine zentrale Rolle spielt, nicht uneingeschränkt teilen. Tatsache ist, dass diese Art des Erzählens dem Rheinländer Böll mit seiner ihm anerzogenen Abneigung gegen jede institutionelle Vereinnahmung auch dazu geeignet schien, eine andere Kirche aufscheinen zu lassen. Eine, die darum weiß, „aus welchem Stoff die Würde des Armen und Entrechteten besteht“, wie der frühere CIG-Chefredakteur Manfred Plate geschrieben hat.

Der Schriftsteller Böll hatte den Katholizismus „in den Knochen“. Mit der kirchlichen Gemeinschaft und ihren amtlichen Vertretern kam er aber so gar nicht zurecht. Das hatte schließlich zur Folge, dass er dem Erzbistum Köln seinen Kirchenaustritt erklärte, innerlich aber gläubiger Christ blieb. Der Konflikt mit der Institution wird anschaulich in „Ansichten eines Clowns“. Als das Buch 1963 erschien, hatte der Schriftsteller Carl Amery gerade seine Kritik „Die Kapitulation oder Deutscher Katholizismus heute“ veröffentlicht, Rolf Hochhuth hatte mit dem Theaterstück „Der Stellvertreter“ einen Generalangriff gegen das Papsttum geführt, das sich nicht für die verfolgten Juden im Dritten Reich eingesetzt habe. Der Böll-Roman wiederum schildert einen protestantischen Sohn aus reichem Haus, Hans Schnier, der seinen Lebensunterhalt als clownesker Spaßmacher verdient. Er lebt mit der Katholikin Marie in „wilder Ehe“, doch diese verlässt ihn, weil er sich nicht verpflichten will, mögliche Kinder aus dieser Verbindung katholisch erziehen zu lassen. Hans Schnier wird mit der Trennung nicht fertig, gerät an den Alkohol und bettelt schließlich am Bonner Bahnhof.

Der Frankfurter Literaturwissenschaftler Klaus Jerziorkowski hat in dem Werk einen historischen Einschnitt gesehen. Mit diesem Buch kündigte sich das Denken der Protestgeneration von 1968 an. Wo die vorausgegangenen Romane und Texte Bölls eher Klage und Trauer über das Vorfindbare äußerten, da „polemisiert der Clown Hans Schnier, … nun in rüder direkter und aggressiver Diktion der ‚Apo-Generation‘, gegen das rheinische, speziell Bonner Klüngel-Milieu aus Geld- und Bildungsbourgeoisie und katholischem Establishment“. Mitgemeint waren konservative Bürger, die sich als „Christen“ bezeichneten, aber in der Nazizeit und in der Gegenwart mit den Mächtigen im Strom schwammen.

Gottesbeweis Mensch

In einem auch heute noch lesenswerten, nachträglich angefügten Nachwort hat Heinrich Böll eben jenen Geistlichen Robert Grosche zitiert, der ihn einst mit der institutionskritischen, von Jesus abgelesenen Haltung eines Léon Bloy vertraut gemacht hatte. „Das Christentum ist in den Untergang des Bürgertums hineingezogen, und es ist sicher, dass aus dieser Schicht keine Rettung mehr kommen kann.“ Auf solche Kritik am Verbandskatholizismus antwortete ein anderer Geistlicher mit einem Beitrag, der damals in vielen katholischen Kirchenzeitungen abgedruckt wurde. Darin heißt es unter anderem: „Dieser Roman ist arrogant, verlogen und lieblos… Sind wir Freiwild für gewisse Literaten?“

Der Schriftsteller Paul Konrad Kurz (1927–2005) äußerte in der Jesuitenzeitschrift „Stimmen der Zeit“ 1971 Verständnis für Böll. Zwar räumte er ein, Böll habe durchaus „grobes Geschütz aufgefahren“. Aber mit seiner Kritik hatte Böll den Nerv der Zeit getroffen. Was er anzielte, war die Gewissenserforschung seiner Kirche, was er erntete, war Verhärtung. Wenig wahrgenommen werde, so Kurz, wie der Dichter vom Beten der Menschen erzählt, also vom intimen Gespräch mit Gott. Böll sei geradezu ein moderner „Erzähler des Betens“ gewesen – vom Vaterunser über den Rosenkranz bis zum seufzenden Stoßgebet.

Karl-Josef Kuschel wollte 1983 von Böll wissen, welches Gottesbild ihn leitet und weshalb seine Figuren nie atheistisch gesinnt seien. Die Antwort lautete: „Vielleicht ist es ein intellektueller Mangel, aber ich habe eigentlich noch nie einen sensiblen hochintelligenten Atheisten getroffen, … der für mich nicht eigentlich ein Beweis dafür war, dass wir Menschen – sagen wir – von außerirdischen Kräften herkommen. Der Mensch ist ja ein Gottesbeweis.“ Auf die Rückfrage, wie er das meine, verwies Böll auf das menschliche Unbehaustsein, das Unruhige des Herzens, das Gefühl, dass wir hier auf Erden eigentlich nie zu Hause sind. „Ich glaube an Gott, weil es den Menschen gibt. Und weil die Menschen Gott durch den Menschgewordenen auch in sich haben.“ Dieses adventlich gestimmte Wort kann auch als spirituelles Vermächtnis verstanden werden, als Ratschlag, wach zu bleiben.

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