ErziehungReligion und Leben ohne Angst

Resilienz, also die Fähigkeit, gut mit Widrigkeiten des Lebens umgehen zu können, ist in aller Munde, insbesondere im Rahmen von Erziehung. „Die Resilienzforschung boomt, sie bietet die rechte Mischung aus existenziellen Fragen, die alle angehen, hilfreichen Teilergebnissen und offenen Rätseln“, beobachtet Clemens Sedmak, Professor für Sozialethik in Salzburg und London. Dazu gehöre auch die Frage, weshalb manche es schaffen, trotz ungünstiger Voraussetzungen im Leben aufzublühen, andere aber nicht.

In der Zeitschrift „Theologisch-praktische Quartalsschrift“ (4/2017) fragt Sedmak, ob innere Faktoren wie Hoffnung die Haltung der Resilienz bestärken können, was er bejaht. „Hoffnung lässt den Blick auf das richten, was sein könnte; hier schöpfen wir Kraft aus dem ersehnten Möglichen“, ist Sedmak überzeugt. Hoffnung hilft auch beim Bewältigen von Angst. Eine richtig verstandene religiöse Haltung bietet den Horizont für ein Leben ohne Angst: indem man die Worte Jesu aus der Bergpredigt über die rechte Sorge ernstnimmt (Mt 6). „Ein Leben in der rechten Sorge ist resilienzfördernd, weil es die Realität nicht verweigert und die Dinge in einen größeren Rahmen mit Sinn für Maß und Proportion setzt.“ Sedmak nennt als Beispiel einen Abschnitt aus der Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils „Gaudium et spes“. Dort heißt es: „Zwar werden wir gemahnt, dass es dem Menschen nichts nützt, wenn er die ganze Welt gewinnt, sich selbst jedoch ins Verderben bringt …, dennoch darf die Erwartung der neuen Erde die Sorge für die Gestaltung dieser Erde nicht abschwächen“ (Art. 39). Im Gegenteil: Das, was hier geschieht, darf angesichts des weiten Horizonts der Ewigkeit nicht abgewertet, sondern muss in der Praxis tief bejaht werden.

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