Soteriologie

Soteriologie (griech. = die Lehre von der "soteria", Heil, Rettung) ist die theologische Einzelwissenschaft, die sich mit dem Heil der Menschen, mit der Erlösung befaßt.

Soteriologie
© sspiehs3 / Pixabay

Da Gott in universalem Heilswillen, in seiner Selbstmitteilung das Heil will und selber ist, kann alle Wirklichkeit, von der die Offenbarung spricht, unter "soteriologischem" Gesichtspunkt betrachtet werden. Insofern ist die Soteriologie mehr als nur ein Einzelsachgebiet der Dogmatik.

Aber infolge einer historischen Entwicklung, die im 12. Jahrhundert ansetzt und bei Thomas von Aquin († 1274) konsequent durchgehalten wird, trennte die katholische Dogmatik bis ins 20. Jahrhundert die Soteriologie von der Christologie ab, wobei sich die Christologie mit der Konstitution und den Qualitäten der Person Jesus Christus befasste, und die in ihm vollbrachte Heilstat, die Erlösung, den Gegenstand der Soteriologie bildete. Der auslösende Faktor für diese Trennung war die Satisfaktionstheorie Anselms von Canterbury († 1109).

In der evangelischen Theologie wurde die Soteriologie oft als "Lehre von der Rechtfertigung und der Versöhnung" dargelegt und mit dem Geschehen am Kreuz begründet. Die neueren Versuche, christologische und soteriologische Gehalte in Einheit zusammenzudenken, gehen, oft von der Reflexion über die Selbstmitteilung Gottes an die Kreatur geprägt, von der Inkarnation aus.

Quelle: Herbert Vorgrimler: Neues Theologisches Wörterbuch, Neuausgabe 2008 (6. Aufl. des Gesamtwerkes), Verlag Herder

Bücher zum Thema

Zurück Weiter

Artikel zum Thema

  • Warum innerweltliche Glückskonzeptionen problematisch bleiben Blaise Pascal und der Transhumanismus

    Jeder Mensch strebt nach Glück. Mit Blaise Pascal skizziert Markus Knapp das Paradoxon, das sich aus diesem Streben und dessen Unerfüllbarkeit ergibt. Auch heute, lange nach Blaise Pascal, strebt der Mensch mit neuen technischen und biologischen Möglichkeiten nach der Überwindung seiner Vergänglichkeit – und auch heute ist dieser „Turmbau zu Babel“ zum Scheitern verurteilt. Einen Ausweg kann der Glaube aufzeigen. Markus Knapp hat den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Ruhr-Universität Bochum in-ne. Von Markus Knapp

  • Schuld und Rettung in Goethes Faust Ein neuer Hiob

    Goethe hat die Figur des Faust nicht erfunden. Vor ihm haben sich viele Schriftsteller diesem Stoff gewidmet, unter ihnen zum Beispiel Lessing. Goethes Faust ist allerdings der erste, der nicht der ewigen Verdammnis anheim fällt, sondern ins Himmelreich gelangt. Hans Maier, bayerischer Kultusminister a.D. und langjähriger Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, erklärt die soteriologischen Zusammenhänge in Goethes Faustversion, die immerhin „3000 Jahre Menschheitsgeschichte um-fasst“ (Thomas Mann). Von Hans Maier

  • Arthur Schopenhauer - ein "religiöser" Atheist

    Enthält das atheistische Weltverständnis Arthur Schopenhauers religiöse Elemente? Harald Schöndorf, Professor für Erkenntnislehre und Geschichte der Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München, geht dieser Frage nach und deutet die Philosophie Schopenhauers als eine Erlösungslehre, die christliche und buddhistische Züge aufweist. Von Harald Schöndorf

Bitte haben Sie einen Augenblick Geduld.
 
Weiter shoppen Zum Warenkorb Sie haben einen Artikel in den Warenkorb gelegt. Weiter shoppen Zur Registrierung Sie müssen registriert sein, um die Merkliste nutzen zu können.

Artikel

Ausgabe

Einzelpreis

Menge

Gesamtpreis

Produktbild