Zähneputzen mit KleinstkindernBürste, Becher & Co.

Gemeinsam den Umgang mit den nötigen Utensilien erkunden: Beim Zähneputzen mit den Jüngsten geht es nicht nur um Kariesprophylaxe, sondern um die spielerische Annäherung an ein tägliches Ritual.

Bürste, Becher und Co.
© Redaktion, Freiburg

Heute ist wieder Zahnputztag! Einmal in der Woche ermuntert das pädagogische Team der AWO-Kinderkrippe Starnberg die Kinder dazu, an diesem Angebot teilzunehmen – viele der Mädchen und Jungen freuen sich schon auf die Aktion im Waschraum! Ihre große Motivation, sich in der Kita die Zähne zu putzen, ist nicht verwunderlich, da das Angebot an ihr Autonomiebedürfnis anknüpft: Um sich die Welt aktiv zu erschließen und ihre Kompetenzen zu entwickeln, wollen Kinder unter drei an alltäglichen Handlungen beteiligt werden oder diese sogar möglichst allein durchführen.
Die lebenspraktische Übung „Zähneputzen“ entspricht jedoch nicht nur kleinkindlichen Autonomiebestrebungen, sie stellt auch eine gute feinmotorische Lerngelegenheit dar. Gleichzeitig kommen die pädagogischen Fachkräfte ihrem Bildungsauftrag nach, körperbezogene Kompetenzen zu stärken: Die Kinder lernen, zunehmend Verantwortung für ihren Körper zu übernehmen, auch wenn die Kita keine tägliche Kariesprophylaxe gewährleisten kann – das ist Aufgabe der Eltern. Väter und Mütter werden durch die eher spielerische Aktivität vielmehr dabei unterstützt, das Zähneputzen als bedeutsames Ritual zu etablieren.

Üben ohne Zeitdruck

Der Ablauf des Zähneputzens ist von Woche zu Woche gleich und kann von den Kindern dadurch gut verinnerlicht werden. Je nach Alter und Entwicklungsstand setzen die Kinder die einzelnen Schritte selbstständig um, dabei hilft ihnen u. a. eine am Spiegel angebrachte Bilderfolge. Bei Bedarf werden sie von den Fachkräften unterstützt. Wichtig ist es vor allem, den Mädchen und Jungen bei ihren Zahnputzübungen ausreichend Spielraum für eigene (Erfolgs-)Erlebnisse und sinnliche Erfahrungen zu geben. So benötigen die Kinder meist Zeit, um die passende Dosierung der Zahnpasta herauszufinden, oder müssen erst üben, Wasser wieder auszuspucken, statt es zu schlucken. Jedes Kind soll die unten aufgelisteten, schematischen Handlungsschritte selbsttätig und in eigenem Tempo beobachten, ausprobieren bzw. nachahmen können.

  • Zwei bis drei Kinder gehen mit einer Fachkraft in den Waschraum. Dort erhalten die Kinder ihre persönlichen Putzutensilien; diese werden von den Eltern zur Verfügung gestellt und mit dem Namen der Kinder versehen, um Verwechslungen zu vermeiden. Auch die Fachkraft legt sich Zahnbürste etc. bereit.
  • Die Kinder füllen ihre Zahnputzbecher mit Wasser, öffnen die Tube und tragen Zahnpasta auf die Bürste auf.
  • Nun beginnen die Kinder damit, ihre Zähne zu „putzen“, die Fachkraft begleitet sie sprachlich und putzt zur Veranschaulichung mit: „Jetzt die Zähne ganz vorne ... jetzt die an der Seite ... jetzt die hinteren.“
  • Zum Schluss spülen die Kinder ihren Mund aus.

Die Jüngsten nehmen an der Aktion oft erst mal als stille Beobachter teil, doch i. d. R. wollen sie schnell selbst aktiv werden. Ältere Kleinkinder sind häufig motivierende Vorbilder und es ist immer wieder eine Freude zu beobachten, wie gut schon Zweijährige die Abläufe des Zähneputzens erklären können und ihre Kompetenz von den noch Jüngeren wertschätzend angenommen wird – eine gewinnbringende Situation für alle!  

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