Der HolzwickelPädagogisches Material selbst hergestellt

Pädagogisches Material selbst hergestellt: Der Holzwickel
© Gabriele Schmal, Flensburg

Idee

Während eines Spaziergangs an der Ostsee kamen die Kinder auf die Idee, ein Boot zu bauen. Rasch war das kleine Holzstück, das wir als Boot ins Wasser gesetzt hatten, davongeschwommen und bald nicht mehr zu sehen. „Was könnten wir tun können, damit ein neues Boot nicht verloren geht?“ Auch im Herbst beim Bau eines Drachens wurde uns dieser viel zu schnell vom Wind entrissen. Wir kamen zu dem Schluss, dass wir eine Verbindung zwischen unserem Objekt und unserer Hand brauchen, um dieses zu sichern: Die Idee des Holzwickels war geboren.

Absicht

Der Holzwickel ist eine gelungene Möglichkeit, eine Verbindung herzustellen. Das Verbinden oder auch Zusammenbinden ist eines von circa 36 Schemata, also Verhaltensmustern. Die Faszination des Holzwickels liegt in der Einfachheit und Leichtigkeit seiner Herstellung. Hohe Fertigkeiten innerhalb der feinmotorischen Handhabung werden nicht benötigt. Gleichwohl wird die Feinmotorik beim Wickeln angeregt und die Handmotorik übt sich.

Einsatz

In unserem Fall wurde das Material punktuell während der Arbeitsphase am Drachen zur Verfügung gestellt. Der Holzwickel ist gleichfalls ein Freispielmaterial, was in unterschiedlichen Größen und Formen als Dauermaterial in einem Lernund Erlebnisbereich Platz hat.

Herstellung

Zur Herstellung werden eine kräftige Schnur und ein Holz benötigt. Die kräftige Schnur ermöglicht den Kindern sinnliche Erfahrung durch ihre raue und feste Beschaffenheit. Aber auch Angelschnur, Wolle oder dünnere Fäden können Einsatz finden. Die Schnur wird durch einen festen Knoten am Holz befestigt. Dann muss nur noch gewickelt werden.

Material

Schnur (in unterschiedlichen Dicken), Wolle, Angelschnur, Faden, Bänder, Schere, Holzstücke (z. B. Äste mit kleinen Narben oder gesägte Holzscheite)

Reaktionen

Die Tätigkeit des Aufwickelns faszinierte die Kinder. Mit großem Eifer suchten sie geeignete Hölzer. Ihre Ideen probierten sie zunächst im Raum und später im Außengelände und auf dem Spielplatz aus. Keiner unserer Drachen ist weggeflogen und die Kinder sind an diesem Tag sichtlich zufrieden nach Hause gegangen. Bereits am nächsten Tag wollten die Kinder weiter an ihren Ideen arbeiten. Ein Indiz für hohe Engagiertheit und einen gelungenen Aneignungsprozess.

Impulse

Zunächst war die Wickeltätigkeit das Wichtigste. Dabei wurden unterschiedliche Materialien ausprobiert und verschiedene Holzwickel gebaut. Danach versuchten sie unterschiedliche Fahrzeuge, wie das selbst gebaute Boot, die verschiedenen Flugdrachen, aber auch Autos auf diese Weise zu verbinden. Sie zogen die Fahrzeuge dann hinter sich her. Die Größe des Holzstückes und seine Beschaffenheit bestimmen, wie lang die Schnur oder das Band sein darf. Die Kinder sammelten sich unterschiedliche Hölzer, trockneten sie und äußerten den Wunsch, noch weitere „Wickel“

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