Findig Forschende erforschen FlaschenEin Angebotsimpuls aus der Krippe

Man kann sie schütteln, mit ihnen Geräusche erzeugen und ihr Inneres durcheinanderwirbeln lassen – Plastikflaschen, gefüllt mit unterschiedlichen Materialien, ziehen die Aufmerksamkeit von Kindern an. Und das können Sie damit machen.

Findig forschende erforschen Flaschen
© Ute Beer, Jena

Vorbereitung

Die mit Gegenständen gefüllten Flaschen stehen frei zugänglich in einem Regal zur Verfügung: Von Zeit zu Zeit kommen neue Flaschen hinzu, werden ausgetauscht beziehungsweise neu befüllt. Die Flaschengröße wird so gewählt, dass Kleinst- und Kleinkinder damit gut hantieren können. Sie probieren unterschiedliche Spielmöglichkeiten aus: Stapeln, Rollen, Schütteln, Nebeneinanderreihen, Farbverläufe beobachten und vieles mehr.

Verlauf

Laura (14 Monate) entdeckt beim Krabbeln durch den Raum ein Gefäß und durchsichtige Plastikflaschen, die mit unterschiedlichen Dingen gefüllt sind. Eine kleine Flasche gefüllt mit bunten Holzkugeln rollt ihr entgegen und findet ihr Interesse. Sie setzt sich hin, hebt die Flasche auf und schüttelt sie zaghaft hin und her. Die entstandenen Geräusche ermutigen sie, schneller zu schütteln. Immer wieder unterbricht sie das Schütteln, um die Bewegungen der Kugeln zu verfolgen. Nach einer Weile lässt sie die Flasche auf den Boden fallen und wendet sich den anderen Gefäßen zu: einem Gefäß mit bunten Plüschbällen und zwei kleinen Flaschen, die mit Wasser und Flitter gefüllt sind. Sie versucht, eine der Flaschen auf das Gefäß mit den Plüschbällen zu stellen. Die Flasche und das Gefäß fallen um. Das Poltern und Durcheinanderrollen bereitet ihr sichtbares Vergnügen. Sie rollt die am Boden liegenden Flaschen noch ein Stück durch den Raum und findet dann einen anderen interessanten Gegenstand zum Spielen.

Hanna (24 Monate) wird auf Lauras Spiel aufmerksam. Sie holt weitere Flaschen aus dem Regal und betrachtet den Inhalt. Sie schüttelt die Flaschen und stellt sie in einer Reihe auf. Nacheinander schaut sie die Gefäße auf dem Boden kniend an, nachdem sie sie leicht gerüttelt und teilweise auf den Kopf gestellt hat. Hanna schaut zu, wie der Flitter langsam nach unten sinkt. Lange betrachtet sie die auf dem Kopf stehende Flasche. Sie rutscht dicht an die Flasche und schaut von oben auf das Flascheninnere. Sie beobachtet so lange, bis jedes Flitterteilchen nach unten gesunken ist. Dann dreht sie die Flasche wieder um.

Fynn (33 Monate) hat Hanna eine Weile zugeschaut. Er setzt sich neben sie, schüttelt ebenfalls eine Flasche und stellt sie dann wieder in die Reihe. Beide beobachten den aufgewirbelten Flitter. Fynn legt nun alle Flaschen in einer Reihe hin. Hanna schaut erst zu und hilft ihm dann. Sie beobachtet interessiert, wie Fynn die Flaschenreihe vorsichtig ein Stück weiterrollt und die Inhalte in Bewegung bringt. Diesen Vorgang wiederholen beide einige Male und betrachten dabei konzentriert, was sich in den Flaschen verändert. Hanna wendet sich nach einer Weile vom Spiel ab. Fynn hat nun alle Flaschen aufgestellt, schüttelt sie, hält inne und lauscht. Er dreht alle Flaschen auf den Kopf und schaut zu, wie der Flitter nach unten sinkt. Fynn kneift die Augen zusammen, um die Flitterteilchen noch intensiver verfolgen zu können. Er beobachtet aus unterschiedlichen Positionen und schüttelt manche Flaschen so lange, bis sich alle Flitterteilchen vom Boden gelöst haben und nach unten sinken. Nacheinander findet er neue Möglichkeiten, die Flascheninhalte in ihren Bewegungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu beobachten: übereinandergestellt, rollend, gegenüberliegend.

Nachbetrachtung

Der Fantasie sind beim Befüllen der Flaschen kaum Grenzen gesetzt, dadurch entdecken die Kleinst- und Kleinkinder immer wieder Neues. In diesem Spiel sind verschiedene Bildungsbereiche miteinander verknüpft und gehen dynamisch ineinander über.

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