Die KrepppapierpinselEin Angebotsimpuls aus der Kita

Durch Zufall entstehen oft die schönsten Dinge. Kira, Fabian und die anderen Kinder kreieren eine ganz neue Maltechnik.

Die Krepppapierpinsel
© Gabi Scherzer, Regensburg

Die Kinder rollen wie gewohnt Kugeln aus Krepppapier. Diese sollen auf ein Papier geklebt werden. Zufällig hat Kira (4;5 Jahre) dabei nasse Finger und schon sind ihre Hände rot. „Schau mal meine Finger an, die Farbe geht ab.“ Die Erzieherin erkennt den kreativen Moment und reagiert verwundert. Damit regt sie das Kind dazu an, eine Erklärung für seine farbigen Finger zu finden. Kira erkennt den Zusammenhang ihrer nassen Hände mit dem farbigen Papier. Und schon beginnt ein kreativer Problemlösungsprozess, der bildnerisches Experimentieren auslöst.

Verlauf

Die Erzieherin holt eine kleine Schüssel mit wenig Wasser. Dieser stumme Impuls reicht aus, um Kira zu ermutigen, neue Erfahrungen mit der bildnerischen Erkenntnis zu machen. Sie taucht die nächste Krepppapierkugel ins Wasser und tupft und rollt damit über das Papier. Wow, das Malen mit Krepppapier geht ja wirklich super! Aber die Hände werden richtig voll Farbe. Ihr Tun weckt auch die Neugier von Fabian (5;5 Jahre). Er holt einen Pinsel dazu. Auf verschiedene Weise versuchen die Kinder nun, Farbspuren mit Krepppapier und Wasser zu erzeugen. Zuerst tauchen sie das Papierstück als Ganzes ins Wasser und drucken es ab. Aber das Papier reißt sehr leicht. Deshalb legen die Kinder es im nächsten Versuch trocken auf den Pinsel und betupfen es dann erst von oben mit Wasser. Daraufhin „wurschtelt“ sich das Papier um den Pinsel. Jetzt liegt die Idee auf der Hand, das trockene Krepppapier gleich um den Pinsel zu wickeln und diesen in Wasser zu tauchen, um dann damit zu malen. Weil es leicht wegrutscht, kleben die Kinder das farbige Papier schließlich im trockenen Zustand mit Tesakrepp an den Pinsel. Ganz kleine Krepppapierpinsel entstehen, indem sie das Papier einfach zusammenrollen und mit Tesakreppband umwickeln. Und dann geht es los: Die ganze Gruppe darf nun mit den unterschiedlichen Farbpinseln malen. Erstaunlich, wie lange sie halten. Am nächsten Tag zeichnen die Kinder mit schwarzem Marker ein Bild, das dann durch die Krepppapierpinsel seine Farbe erhält. Die Kinder malen einfach über die Zeichnung.

Nachbetrachtung

Wo liegt der kreative Moment im bildnerischen Tun, und was passiert, wenn man ihm Beachtung schenkt? „Oh, schau mal!“ – Verblüffung, Staunen (oder auch ein Problem) ist oft der Schlüssel zu einer neuen kreativen Erfahrung. Diese Erfahrung, diesen Moment gilt es konkret aufzugreifen und für ein neues kreatives Verhalten nutzbar zu machen. Es wird reflektiert und dann neu kombiniert. Die roten Finger waren ein Zeichen dafür, dass die Farbe von Krepppapier wasserlöslich ist. Diese Entdeckung gilt es zunächst wahrzunehmen, dann zu nutzen und bewusst „Neues“ damit zu gestalten: Der Krepppapierpinsel wird entwickelt und zum Malen genutzt.

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