Anzeige: Rom ist kein Gegner. Warum die Kirche Reformen braucht. Von Georg Bätzing
Herder Korrespondenz. Monatsheft für Gesellschaft und Religion 55 (2001) Heft 2

Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Gratis S. 55-57

    LeitartikelDie Moral des Rinderwahns

    Steht im gerade angebrochenen Jahrhundert der Sprung in die „Post-“ oder „Transhumanität“ bevor? Darauf deutet die Verheißung des technisch zu geistiger Vollkommenheit hochgerüsteten neuen Menschen hin, der sich seiner körperlichen Grenzen, seiner Schwächen und seiner Sterblichkeit entledigt hat. Die BSE-Krise bricht mit dieser Verheißung. Liegt darin die Chance, wieder bewusster über unseren Konsum und unseren Lebensstil nachzudenken?

Kommentar

Blickpunkt

  • Gratis S. 67-71

    Neuerscheinungen zu einem weithin vernachlässigten ThemaUmstrittenes Christentum

    Das Jahr 2000 brachte zwar kein flächendeckendes Interesse am Christentum als der Religion, die unsere Gesellschaft und Kultur seit ihren Anfängen maßgeblich geprägt hat. Aber es kamen doch einige Bücher auf den Markt, die jeweils auf ihre Weise dazu beitragen können, der Beschäftigung mit Wesen und Unwesen, spezifischem Profil und Zukunftschancen des christlichen Glaubens neue Impulse zu geben.

Interview

  • Gratis S. 71-76

    Ein Gespräch mit DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker„Neustart der Biologie“

    Im Zuge der jüngsten wissenschaftlichen Erfolge der Gentechnik wurde in den vergangenen Monaten manche hochfliegende Erwartung über die Zukunft des Menschen formuliert. Wir haben den Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Professor Ernst-Ludwig Winnacker gefragt, welchen Realitätsgehalt diese Utopien besitzen und welche Konsequenzen sich für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ergeben. Die Fragen stellte Stefan Orth.

Essays

  • Gratis S. 62-63

    OstdeutschlandProtestanten auf Kooperationskurs

    Unter dem Druck zurückgehender Mitgliederzahlen und knapper Finanzen rücken die evangelischen Kirchen in Ostdeutschland näher zusammen. Erste Entscheidungen in dieser Richtung sind in den letzten Wochen und Monaten gefallen. Wie die neue Kirchenlandschaft schließlich aussehen wird, ist aber noch nicht klar.

  • Gratis S. 63-65

    USABischöfe mahnen Reform des Strafvollzugs an

    Dem Mythos vom „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ zum Trotz lebt ein verhältnismäßig großer Teil der US-Amerikaner in Gefängnissen. Die Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten hat jüngst ein Dokument veröffentlicht, in dem sie sich mit dem Strafvollzug in ihrem Land auseinandersetzt und eine Reihe von Verbesserungen fordert.

  • Gratis S. 65-67

    EnglandKatholische Bilanz zur Jahrhundertwende

    Die katholische Minderheit Englands ist nicht mehr die abgeschlossene Festung früherer Jahrzehnte, sondern hat sich in die Gesellschaft hinein geöffnet. Eine Bilanz der letzten fünfzig Jahre zeigt Licht- wie Schattenseiten.

  • Gratis S. 76-80

    Bilanz über die Ressourcen einer postkonventionellen MoralWerteverlust oder Wertewandel?

    Wir erleben derzeit keinen Werteverlust, sondern einen Wertewandel, verbunden mit einer Pluralisierung von Werthaltungen und einer Relativierung der individuellen Wertüberzeugungen, aber auch mit einem höheren Maß an gegenseitiger Toleranz. Was oberflächlich als Verlust beklagt wird, so die These von Gerhard Kruip, ist eine große Chance für die Moralität des modernen Menschen. Der Beitrag ist eine überarbeitete und gekürzte Fassung seiner Antrittsvorlesung als Leitender Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie, Hannover, im November letzten Jahres.

  • Gratis S. 80-85

    Paul Ricoeurs Thesen zu Erinnern und VergessenRätselhaftes Gedächtnis

    Wie kann man ein „Lob auf das Vergessen“ anstimmen? Seit einigen Jahren plädiert der französische Philosoph Paul Ricœur dafür, einen schroffen Gegensatz zwischen Erinnern und Vergessen aufzulösen. Mit „La mémoire, l’histoire, l’oubli“ (Verlag Seuil, Paris 2000) liegt seit kurzem ein umfangreiches Werk mit seinen Thesen vor. Am Ende steht in einer religionsphilosophischen Perspektive die Frage nach dem Verzeihen.

  • Gratis S. 85-90

    Der Suizid oder die Frage nach dem Recht auf ein eigenes SterbenDas Urteil über Leben und Tod

    Tod und Sterben sind Tabuthemen, die in modernen Gesellschaften systematisch verdrängt werden. Das gilt umso stärker für den Suizid, der seit alters mit der Frage nach moralischer Erlaubnis oder Ächtung verknüpft wurde. In der abendländischen Geschichte ist er bis heute ambivalent – nicht zuletzt durch den Einfluss der kirchlichen Moraltheologie, die den Selbstmord zum Verbrechen erklärte und die Betroffenen verurteilte.

  • Gratis S. 90-96

    Niklas Luhmanns „Religion der Gesellschaft“Distanzierte Beobachtung

    Der 1998 verstorbene Soziologe Niklas Luhmann gehört zu den wichtigsten Gesellschaftstheoretikern der letzten Jahrzehnte. Aus seinem Nachlass erschien der Band „Die Religion der Gesellschaft“ (Verlag Suhrkamp, Frankfurt 2000), ein sperriges, aber für die Diskussion um die Zukunft der Religion aufschlussreiches Werk. Thomas Ruster, der Systematische Theologie an der Universität Dortmund lehrt, stellt Luhmanns Ansatz vor und formuliert kritische Rückfragen.

  • Gratis S. 96-99

    Religionsunterricht in der SchweizUnterschiedliche Zuordnungen

    Es tut der Diskussion über den Religionsunterricht in Deutschland gut, wenn der Blick dabei auch einmal über den Zaun geht. In der Schweiz sind alle Typen des Religionsunterrichts vertreten, vom allein staatlich verantworteten Religionsunterricht bis zum kirchlichen Unterricht in schulischen Räumen. Im Kanton Zürich ist für die Sekundarstufe die Schaffung eines Fachs „Religion und Kultur“ anstelle des bisherigen konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts vorgesehen.

  • Gratis S. 99-104

    Afghanistan unter der Herrschaft der TalibanZentralasiatischer Krisenherd

    Seit vor über 20 Jahren sowjetische Truppen in Afghanistan intervenierten, ist das zentralasiatische Land am Schnittpunkt strategischer Interessen ein Krisenherd geblieben. Derzeit kontrolliert die islamistische Taliban-Miliz fast das ganze Land, das sie in den letzten Jahren schrittweise erobert hat. Unser Autor, der Politologe Stephan Lipsius, war Ende letzten Jahres in Afghanistan.

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