4/2013Alltagsgeschichten

Inhalt

An einem sonnigen Wochenende im Mai habe ich mit der Familie meines Lebensgefährten Geburtstag gefeiert. Nachmittags sollte es auf der Terrasse Kaffee und Kuchen geben. Als ich begann, den Tisch zu decken, beobachtete ich, dass sich meine Nichte Klara (4 Jahre alt) gerade nach einem neuen Spiel im Garten umsah und sich etwas langweilte. Ich erinnerte mich an das Thema dieser Ausgabe und fragte sie daraufhin, ob sie mir bitte beim Tischdecken helfen könnte. Sie kam sofort zu mir und packte ohne zu zögern mit an. Sie verteilte die Kuchengabeln und die kleinen Löffel: zu jedem Teller eine Gabel und zu jeder Kaffeetasse einen Löffel. Sie überlegte mit mir, was auf dem Tisch noch fehlte und ging daraufhin zu ihrer Oma, um nach Servietten zu fragen. Diese faltete sie mit mir zu Dreiecken und drapierte sie ansehnlich auf den Tellern. Warum erzähle ich Ihnen diese Geschichte?

Die Arbeit an dieser Ausgabe und das Erlebnis mit Klara haben mir gezeigt, wie schnell man alltägliche Lernfelder in der Kita – überhaupt im Leben von Kindern – übersehen kann. Um der stetigen Forderung nach mehr Bildung in der Kita gerecht zu werden, möchte ich Sie deshalb dazu ermutigen, den Alltagssituationen in der Kita mehr Raum zu geben. Das entlastet auf der einen Seite Sie und Ihre Arbeit und bietet Kindern auf der anderen Seite den Freiraum zum Erproben alltäglicher Handlungen.

Mit einem herzlichen Gruß
Monika Janzer

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