3/2013Alles, was Recht ist

Inhalt

Erstes Beispiel: Vor einigen Monaten berichtete mir eine Freundin, dass es in letzter Zeit vermehrt Streitereien mit ihrem Mann gäbe und ihr dreijähriger Sohn dies häufig mitbekomme. Streiten an sich findet sie nicht schlimm, aber ihr ist es sehr wichtig, ihrem Sohn einen liebevollen Umgang miteinander vorzuleben. Deshalb hat sie sich vorgenommen, sich künftig vor den Augen ihres Sohnes mit ihrem Mann zu versöhnen.

Zweites Beispiel: Eine andere sehr gute Freundin ernährt sich bewusst biologisch und ökonomisch. Ökonomisch in dem Sinne, dass sie äußerst selten übriggebliebene Lebensmittel wegwirft, weil sie immer nur so viel einkauft, wie sie verbraucht. Ihre Lebensmittelökonomie hat sich durch gemeinsame Kochabende und Urlaube bereits auf mich und meinen Lebensgefährten übertragen. Wenn ich nun einmal Lebensmittel wegwerfe, dann bekomme ich sofort ein schlechtes Gewissen und denke daran, dass meine Freundin jetzt bestimmt mit mir schimpfen würde.

Die Diskussion über Werte und Wertevermittlung ist zwar nicht neu, doch immer noch brandaktuell. Dies zeigen die beiden Beispiele sehr deutlich. Werte und Wertebewusstsein durchziehen unseren Alltag. Nicht nur den der Erwachsenen, sondern in besonderem Maße auch den der Kinder. Diese lernen Werte nicht einfach aus einem Katechismus, sondern im direkten Umgang mit Erwachsenen. In diesem Sinne ist auch die Kita ein wichtiges Erprobungsfeld zum Einüben und Erleben gesellschaftlicher Werte und Normen.

Damit Sie nicht versäumen, sich in der „Geiz-ist-geil-Gesellschaft“ Ihrer eigenen Wertvorstellungen immer wieder bewusst zu werden, diese immer wieder mit Ihren Kolleg/-innen abzugleichen und den Kindern vorzuleben, lege ich Ihnen diese Ausgabe besonders ans Herz. Um mit den Worten von Friedrich Fröbel zu sprechen: Erziehung besteht aus zwei Dingen – Beispiel und Liebe.  

Mit einem herzlichen Gruß
Monika Janzer

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