Ihre PostLeserbriefe

Zukunftsfrage

Zum Beitrag „Am Nullpunkt“ (CIG Nr. 3, S. 8)

Kann eine Kirche Zukunft haben, die im autokratischen Selbstverständnis verharrt? Die autonome Selbstbestimmung und Freiheit vorenthält? Die uns unentwegt unseren Hang zum Versagen, unsere Sündhaftigkeit, aufs Brot schmiert? Die Antwort auf diese Frage mag sich jede(r) selbst geben.

Johannes Führt, Hagen

Leben ist Leben

Zum Kommentar „Dem Leben im Werden eine Stimme geben“ (CIG Nr. 3, S. 2)

Als gläubige Katholikin und ehemalige Religionslehrerin gehöre ich zu den Menschen, die den Synodalen Weg ausdrücklich begrüßen. Die Erneuerung in der Kirche muss geschehen, ein Umdenken ist in vielen Fragen unabdingbar. Umso mehr möchte ich Kerstin Schlögl-Flierl für ihren Beitrag über die Frage des Schwangerschaftsabbruchs danken.

Schon als junge Frau, Mutter von drei Kindern, hat es mich gestört, wenn mit dem Satz „Mein Bauch gehört mir“ über eine Abtreibung argumentiert wurde. Die Frage wird beantwortet ausschließlich mit der Überzeugung: Es geht um mich! Stimmt, aber eben nicht nur. Es geht ebenso um einen Menschen, der ungefragt seinen Anfang zum Leben nehmen darf und dann keine Berechtigung dazu mehr bekommt. Dass es für Frauen Notsituationen in vielfältiger Weise gibt – keine Frage! Dass man Frauen helfen, beistehen, Unterstützung gewähren muss – keine Frage. Aber grundsätzlich die Entscheidung beliebig zu machen, ob ich Leben möglich mache oder nicht, das ist für mich zunächst eine ethische, dann aber auch eine religiöse Frage. Bei meinem Hausarzt in der Praxis hängt der Eid des Hippokrates an der Wand. Es freut mich immer, wenn ich das sehe. Ärzte verpflichten sich, Leben zu schützen. Auch das sollte bei der Diskussion zur Sprache kommen.

Inge Pfeifer, Dossenheim

Vielleicht können „Wunschkinder“, die nach einem Schwangerschaftsabbruch gezeugt und geboren wurden, dem Leben im Werden eine Stimme geben.

Mechthild Vogt, Ebersbach

Der Begriff „Leben im Werden“ suggeriert eine Stufung des Lebens, eine Werdung der Seinsabstufung bis zu einer bestimmten Höchstform. Mit Kierkegaard gilt „Entweder-Oder“, Leben ist oder es ist nicht. Bei aller Dynamik muss begrifflich deutlich sein, dass Leben in seinem Dasein immer Leben ist, unabhängig von einer formalen Dimension des Werdens. Anders würde das Leben zum Spielball der subjektiven Abwertung.

Michael Rudolf, Aindling

Wenn Gott fehlt

Zum Artikel „Beleidigt?“ (CIG Nr. 2, S. 4)

Gott manifestiert sich gerade dadurch, dass er sich am vollständigsten verbirgt, sein Sich-Verbergen ist die geheimnivollste Weise seines Selbst-Entbergens.Das heißt für uns in der nihilistischen Postmoderne: die Stelle Gottes und des Geheimnisses offen halten für das „unaussprechliche Seufzen“ der ganzen Schöpfung, hellhörig werden, erkennen, dass wir in die furchtbare und fruchtbare Karsamstagssituation gestellt sind … Ich denke, nur das macht jemanden zum Christen.

Friedhelm Bestek (auf Facebook)


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