EditorialWenn es blitzt

Stets sind wir angefragt, unsere Glaubenswahrheiten ins Heute zu übersetzen.

Ein Affe und ein Urmensch überleben einen Blitzeinschlag. Der eine flüchtet nach dem Schock in den Regenwald und folgt wieder seinem Bananentrieb; den anderen hat das Ereignis völlig verändert. Er fragt sich: Wer hat mich soeben tödlich bedroht und dann doch verschont? Meint es diese Macht, die Blitze schleudern kann, vielleicht grundsätzlich gut mit mir? Kann ich mit ihr in Beziehung treten? Melanie Wolfers und Andreas Knapp haben diese Szene einmal in einem Buch skizziert, das zu meiner geistlichen Hausapotheke gehört (Glaube, der nach Freiheit schmeckt).

Ja, Blitze konnten geistesgeschichtliche Folgen nach sich ziehen. Martin Luther soll so ein Erlebnis dazu gebracht haben, ins Kloster einzutreten. „Lässt Du mich leben, so will ich ein Mönch werden.“

Und heute? Fasziniert höre ich Berichte darüber, dass es Forschenden in einem Pilotprojekt am Säntis gelungen ist, mithilfe von Laserstrahlen Blitze zu lenken. Ist das ein weiterer Schritt technologischer Entwicklung, der religiöses Denken ins Wanken bringt? Das sehe ich nicht so. Aber wir sind im guten Sinne herausgefordert, unsere Glaubenswahrheiten ins Heute zu übersetzen. 

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