7 Momente aus 7 TagenHoffnungsstern

Der Wochenrückblick.

In den nächsten Tagen wird der Komet C/2022 E3 (ZTF), ein rund ein Kilometer großer Gesteinsbrocken, an der Erde vorbeiziehen. Chemische Prozesse in den Eispartikeln rund um den Kometenkern sorgen dabei dafür, dass der kosmische Besucher für das menschliche Auge auffällig grün erscheint. Astronomen haben errechnet, dass es rund 50000 Jahre her ist, seit C/2022 E3 (ZTF) das letzte Mal an unserem blauen Planeten vorbeikam. Damals war die Erde eine andere: Mammuts und Neandertaler zogen durch eine unberührte Natur. Der Homo sapiens war gerade erst dabei, sich in kleinen Gruppen über den Globus auszubreiten, und vielleicht haben ein paar unserer Urahnen nachts in den Himmel geschaut und sich über diesen seltsamen grünen Punkt zwischen den Sternen gewundert.

In solchen zeitlichen Dimensionen zu denken, kann ehrfürchtig machen – auch im Feld der Theologie, in dem man eigentlich gewohnt ist, vom Konzept der Ewigkeit zu sprechen. Ob der Besuch des grünen Kometen ein gutes Vorzeichen für 2023 ist? Auf jeden Fall kann es nichts Schlechtes sein, wenn uns mitten in den aktuellen Krisen ein Weihnachtsstern in der Hoffnungsfarbe Grün aufgeht.

1 | Kenia. Hoffnungsnachrichten gibt es aus Kenia: In Zusammenarbeit mit der Ukraine sollen hier neue Getreidezentren für Afrika aufgebaut werden. Die Region leidet seit Jahren unter einer Dürrewelle – eine dramatische Folge der menschengemachten Klimaerwärmung.

2 | Deutschland I. Die Siedlung Lützerath ist endgültig zum Symbol im Kampf gegen den Klimawandel geworden. RWE will die wenigen Häuser abreißen, um den Tagebau auszudehnen – zehntausende Menschen protestieren gegen die Pläne, manche harren tagelang in Tunneln aus, um die Räumung zu verhindern. Auf den Demonstrationen finden sich auch christliche Gruppen, die einen schonenden Umgang mit der Schöpfung fordern. „Wo wäre Gebet wichtiger als an einem Ort wie diesem?“, fragt eine Aktivistin auf domradio.de.

3 | Deutschland II. Der aktuelle Oxfam-Bericht zeigt, wie rasant die soziale Schere auseinandergeht. Über 80 Prozent des Vermögenszuwachses, der in den letzten Jahren erwirtschaftet wurde, ging an Superreiche. Gleichzeitig gibt es noch immer legale Mechanismen, um möglichst wenig Steuern auf die Gewinne zu zahlen. „Die Großen und Reichen betrügen meist nicht“, stellt Florian Köbler, Chef der Steuer-Gewerkschaft in der Welt klar. „Da geht es um Steueroptimierung.“

4 | USA. Wo Gesetze ignoriert werden, sollen es biblische Gebote richten: Eine private Initiative hat in der US-Hauptstadt Washington auffällige Plakate mit dem Aufdruck Thou shalt not kill („Du sollst nicht töten“) angebracht. Die Verantwortlichen wollen ein Zeichen gegen die wachsende Zahl von Tötungsdelikten setzen und Waffenbesitzern ins Gewissen reden. Wenn die Kampagne Wirkung zeigt, könnte sie auch in anderen Städten übernommen werden.

5 | Vatikan. Die nach dem Tod von Kardinal George Pell veröffentlichten Dokumente schlagen hohe Wellen. Der australische Geistliche kritisierte Papst Franziskus’ Führungsstil und nannte den von ihm angestoßenen synodalen Prozess einen „toxischen Alptraum“. Ein weiteres Zeichen, wie verhärtet die Fronten zwischen konservativem und progressivem Lager inzwischen sind.

6 | Online. Die Christliche E-Sport-Liga (CEL) wird im Februar ihren Spielbetrieb aufnehmen. Geplant sind Wettbewerbe in verschiedenen Computerspielen, zwischendurch gibt es spirituelle Impulse. Mehrere evangelische Jugendverbände sind an dem Projekt beteiligt.

7 | Herder. Jahrzehntelang hat David Seeber als Chefredakteur der Herder Korrespondenz das Gesicht der Zeitung geprägt. Als Konzilsberichterstatter lag ihm besonders die Vermittlung des Zweiten Vatikanums in die kirchliche und weitere Öffentlichkeit am Herzen. Jetzt ist er im Alter von 88 Jahren gestorben. Ein ausführlicher Nachruf wird nächste Woche folgen.

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