Ihre PostLeserbriefe

Bekenntnis

Zum Beitrag „Stolze Reue“ (CIG Nr. 16, S. 1)

Meine Assoziation beim Lesen des Graffito „Christ ohne Reue!“ ging in eine ganz andere Richtung. Vielleicht wollte die Person, die den kurzen Text auf einen Stromkasten gemalt hatte, zum Ausdruck bringen: Ich bereue es nicht, Christ zu sein, auch wenn die Organisation, die das Christsein vermitteln sollte, gerade in Verruf geraten ist. Solche Bekenntnisse sind wichtig, denn die Botschaft Jesu ist auch mit oder ohne Kirche eine Quelle hoher Lebensqualität.

Franz Sageder, Saaldorf

Subtilität

Zum Artikel „Einer für alle“ (CIG Nr. 16, S. 1)

Steht der biblische Thomas neben dem Aspekt des Zweifels nicht auch für die Entpolarisierung von Glauben und Unglauben? Wird nicht beides in seiner Person versöhnt – im Licht des Kreuzes, für das die Wundmale stehen und das in sein Bekenntnis „Mein Herr und mein Gott“ mündet?

Lieselotte Sottorf, Karlsruhe

Das Fragen

Zum Beitrag „Gottes rebellischer Poet“ (CIG Nr. 16, S. 2)

Ein ganz herzliches Dankeschön für den wunderbaren Nachruf auf Huub Oosterhuis. Das Fragen in seinen Texten, das Vorrang vor der theologischen Gewissheit erhält, ist es, was ich an seiner Dichtung so überaus schätze. Er kommt meinem Verständnis von Gott, Glaube und Religion sehr nahe.

Roswitha Rother, Kaufbeuren

Überlichtig

Zum Beitrag „Gerettet aus dem schwarzen Loch“ (CIG Nr. 15, S. 1)

Wer mit der tradierten Bildsprache der Ikonen vertraut ist, wird an die schwarze Mandorla, die Sphaira, erinnert, an die „überlichtige Finsternis“ (Dionysios Areopagita), die den verklärten Christus auf dem Berg Tabor oder auch den auferstandenen Christus in der Anastasis-Ikone umgibt, aus der er gleichsam hervortritt, und die das undurchdringliche Geheimnis Gottes bedeutet, dem Christus zutiefst verbunden ist, und dem er die Geretteten entgegenführt.

Hubertus Hess, Mindelheim

Lesefehler?

Zum Artikel „Verdammte Lust und himmlische Genüsse“ (CIG Nr. 16, S. 3)

Gab es wirklich ein Drittel unehelicher Kinder in München und auf dem Land genauso? Und das im 18. Jahrhundert? Ich kann nur hoffen, dass das nicht wirklich ernsthaft in der Ausstellung behauptet wird.

Die Zahl unehelicher Kinder in Bayern war im 18. Jahrhundert gering. Erst im 19. Jahrhundert ging sie explosionsartig nach oben, Diese Zunahme war jedoch kein Akt des Protests gegen die kirchliche Sexualmoral, sondern Folge der durch den bürokratisierten Staat restriktiv durchgesetzten Heiratsbeschränkungen, die vor allem ärmeren Schichten die Eheschließung massiv erschwerten. Korrekt ist natürlich, dass man es auch in der Vormoderne nicht so eng sah, wenn Verlobte miteinander sexuelle Kontakte hatten, da ja die Eheschließung unmittelbar bevorstand. Das ist aber weit entfernt von einer angeblich laxen Interpretation kirchlicher Sexualmoral durch weite Teile der Gläubigen im 18. Jahrhundert, wie in dem Artikel mit wohl kirchenpolitischer Motivation behauptet wird.

Florian Sepp, Brunnthal

Neue Sicht

Zum Osterbeitrag „Zukunft im Hier und Jetzt“ (CIG Nr. 15, S. 3)

Manchmal müssen Eltern ihre Kinder auf Wegen begleiten, die nicht zum Leben führen (z.B. aufgrund langjähriger Krankheiten o.Ä.). Sie „sterben“ mit ihren Kindern. Dann wird gefühlt das Wenige, was danach noch übrig bleibt, verklärt, weil es mit durch den Tod gegangen ist: Eine neue, geweitete Sicht auf Leben und Tod, auf das Evangelium, auf die Kirche hat sich dann mühsam herausgeschält. Diese neue Perspektive ist das Gegenteil von eng, weil sie befreit ist von Hybris und Kleingeist, vom Verstehenwollen großer Zusammenhänge, die Gott für uns im Voraus schon geregelt hat. Übrig bleibt ein großes Vertrauen in für uns alle undurchschaubare Zusammenhänge, die in Gott ge- und verborgen bleiben, und eine Dankbarkeit für Gottes Solidarität im Leid, vermittelt durch seinen Sohn Jesus Christus.

Beate Koch, Steinfurt


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