Ihre PostLeserbriefe

Königlich

Zum Tod von Queen Elizabeth II. (1926–2022). Siehe auch die Artikel in dieser Ausgabe, hier und hier

Nach der Wende wäre Queen Elizabeth beinahe auch zu uns nach Mirow gereist. Es hätte sich gelohnt: Alle gegenwärtigen königlichen Staatsoberhäupter Europas stammen von Prinz Carl Ludwig Friedrich von Mecklenburg-Strelitz, dem Prinzen von Mirow (1708–1752) ab: Norwegen, Schweden, Dänemark, Niederlande, Großbritannien, Belgien, Luxemburg und Spanien. Die berühmteste Schlossbewohnerin Mirows war die spätere Queen Charlotte. Nach ihr wurde die heutige Millionenstadt Charlotte in den USA benannt. Die Liebesinsel in Mirow entstand nach dem Tod des letzten Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz, Adolf Friedrich VI. (1882–1918): Er ist auch auf der Insel bestattet. Das Grabmal zeigt eine abgebrochene Säule, umwunden von einer Schlange. Die Inschrift: „Gott ist die Liebe“.

Jan-Friedrich Kröger, Mirow

Gelegentlich heißt es, Frau Elizabeth Mountbatten-Windsor wäre die letzte gesalbte Königin gewesen. Das stimmt nicht: In der römisch-katholischen Kirche erfolgt die Salbung bei Taufe, Firmung, Krankensalbung sowie Priester- und Bischofsweihe. In der Offenbarung heißt es: „Christus hat uns zu Königen gemacht und zu Priestern vor Gott, seinem Vater“ (1,6). Und der Apostel Petrus schrieb: „Ihr seid eine königliche Priesterschaft“ (1 Petr 2,9).

Oder wie Bruder Emanuel OSB bei seinen Führungen durch Königsmünster jedem Besucher mit auf den Weg gibt: „Du bist durch Christus ein König, eine Königin! Nimm das heute mit und denke daran!“

Jan Dwornig (auf Facebook)

Kirchenersatz

Zu CIG Nr. 37

Leider kann ich gesundheitsbedingt nicht in die Kirche gehen und so habe ich als „Vertretung“ den CIG gelesen. Es ist das erste Mal, dass ich jeden Artikel durchgelesen habe und mich jeder auch spirituell berührt hat. Durch den spirituellen Text habe ich einen neuen Zugang zur Schmerzensmutter gefunden. Mit den Fragen zum Schluss werde ich einen Familienkreis gestalten.

Der Artikel über Ludwig Feuerbach hat mir gezeigt, wie die Philosophen versucht haben, ein Gottesbild den Menschen näherzubringen. Wie sie zu jeder Zeit gerungen haben. Der allerletzte Artikel, über „verlassene Eltern“, ging mir besonders nahe, da ich das irgendwie mitfühlen kann, obwohl mir so eine schwere Situation zum Glück erspart blieb. Ich weiß, wie viel Freude man mit den Enkeln und erwachsenen Kindern erleben kann.

Elisabeth Rösner, Leipzig

Gutes tun

Zum Artikel „Nur eine kleine Geste“ (CIG Nr. 35, S. 5)

Auch ich habe „eine kleine Geste“ der Menschlichkeit erlebt, die mich sehr berührte: Ein überfüllter Regionalzug auf dem Weg nach Erfurt. Die Menschen stehen im Gepäckraum wie die Heringe. Ich finde notdürftig Platz, vor mir Rucksäcke, Kinderwagen. Ein alter Mann mit Fahrrad muss stehen, er hält sich mit Mühe am Sattel fest, kann aber nicht verhindern, dass das Vorderrad hin- und herschlenkert.

Da sehe ich, wie die junge Frau neben mir ihr rechtes Bein bis zu diesem Vorderrad vorschiebt und es festhält – eine ganze Stunde lang. Es muss sehr unbequem für sie sein, aber sie bleibt in dieser Stellung, bis Erfurt erreicht ist und alle aussteigen. Der alte Mann hat nichts davon bemerkt und sie selbst tut nichts, um andere auf ihre gute Tat aufmerksam zu machen. „Nur eine kleine Geste“ – die in Wirklichkeit groß ist!

Monika Nolte, Karlsruhe

Lebenssaft

Zum Beitrag „Durchblutung“ (CIG Nr. 35, S. 4)

Herzlichen Dank für diese Relativierung (missverstandener) Kreuzes- und Opfertheologie und für die sehr aufschlussreiche, mich sehr anrührende mystische Betrachtung des Blutes: Blutsbrüderschaft, Blut als Zeichen von Lebenskraft und Fruchtbarkeit statt als Tribut an einen scheinbar blutrünstigen Gott – welch einleuchtende Ausdeutung des Abendmahls oder der Eucharistiefeier gerade auch für unsere Zeit.

Und ich dachte, nach meinem prägenden Konfirmandenunterricht, vertieft durch jahrzehntelanges Gemeindeleben und laientheologische Lektüre, könnte mir niemand mehr neue Aspekte zur Opfertheologie zeigen…

Ute Seidel-von Felde, Jersbek

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