Winnetou-„Gate“Angeeignet?

Ohne kulturelle Aneignung hätte sich die Menschheit nicht so weit entwickeln können, sagt eine Frankfurter Ethnologin.

Nun also auch noch Winnetou... Dass der Ravensburger Kinderbuchverlag die Auslieferung von zwei Titeln gestoppt hat, weil sich Nutzer über Stereotype und kulturelle Aneignung in den Büchern beschwert hatten, ließ das Internet explodieren. Tenor: Haben wir nicht genug wirkliche Probleme? Irgendwann muss auch mal gut sein mit der ganzen Wokeness-Hysterie!

So platt geht es natürlich nicht. Ich umgebe mich jedenfalls lieber mit Leuten, die achtsam miteinander und mit ihrer Sprache, ihren literarischen Geschichten umgehen. Provozieren um des Provozierens willen – nach dem Motto: Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! – ist kein Wert an sich.

Über den konkreten Fall sei damit nichts gesagt. Bedenkenswert scheint mir hier aber ein Wort der selbst oft polarisierenden Frankfurter Ethnologin Susanne Schröter. Ohne kulturelle Aneignung, so sagte sie auf Zeit online, hätte sich die Menschheit gar nicht erst so weit entwickeln können. Und: „In einer Welt, die allein durch die sich beschleunigende Globalisierung immer vielfältiger wird, ist kulturelle Aneignung wohl die wichtigste Kulturtechnik, die ein friedliches Zusammenwachsen möglich macht.“

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