PassionsspielJesus als Jude

Christian Stückl wird für seine Arbeit als Regisseur der Oberammergauer Passionsspiele mit dem Isaiah Award ausgezeichnet.

Der Preis wird vom American Jewish Committee, einer der einflussreichsten jüdischen Organisationen, für Leistungen im interreligiösen Bereich vergeben. „Stückls bleibendes Vermächtnis wird seine umsichtige Darstellung des jüdischen Charakters und des historischen Kontextes der Person Jesu sein“, heißt es in der Begründung.

Lange kamen Juden in Passionsspielen nur als „Gottesmörder“ vor. Im Mittelalter folgten auf die Aufführungen nicht selten blutige Pogrome. Stückl, der das Stück zum vierten Mal leitet, legt Wert darauf zu zeigen, dass allein die Römer die Autorität hatten, Todesurteile zu verhängen. Gleichzeitig zeigt er Jesus und seine Jünger in ihrem jüdischen Glauben verwurzelt. In einer neu hinzugefügten Szene wird das Sh’ma Yisrael, das zentrale jüdische Gebet, gesungen, während Jesus eine Tora-Rolle in die Höhe hält. „Es besteht kein Zweifel: In Oberammergau, im Stück, hat Antisemitismus keinen Platz – und er hat auch keinen Platz im Leben der Darsteller“, erklärte Stückl im Vorfeld der diesjährigen Passionsspiele.

Anzeige: Gottes starke Töchter. Frauen und Ämter im Katholizismus weltweit. Hg: Julia Knop

Der CiG-Newsletter

Ja, ich möchte den kostenlosen CiG-Newsletter abonnieren und willige in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zweck des E-Mail-Marketings durch den Verlag Herder ein. Den Newsletter oder die E-Mail-Werbung kann ich jederzeit abbestellen.
Ich bin einverstanden, dass mein personenbezogenes Nutzungsverhalten in Newsletter und E-Mail-Werbung erfasst und ausgewertet wird, um die Inhalte besser auf meine Interessen auszurichten. Über einen Link in Newsletter oder E-Mail kann ich diese Funktion jederzeit ausschalten. Weiterführende Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.