Digitalisierung der KirchenKeineswegs ein Rückzug

„Von einer angstvollen Paralyse pastoralen Handelns kann ebenso wenig die Rede sein wie von einem stillen Kirchenrückzug aus den gesellschaftlichen Zusammenhängen.“

Evangelische Seelsorger haben in der Pandemie seltener digitale Mahlfeiern abgehalten als ihre katholischen Kollegen. „Vielleicht war ein Grund, dass man sich hier an dieses komplexe Ritual noch nicht herangetraut hatte und das Streamen eines Abendmahlsgottesdienstes ohne Gemeinde schwierig erschien.“ Das schreiben die Theologen Ilona Nord und Thomas Schlag auf www.feinschwarz.net. Sie haben mit Anderen in einer ökumenischen Studie untersucht, wie die Kirchen vergangenes Jahr die Digitalisierung in der ersten Corona-Welle bewältigt haben (www.contoc.org).

Von den 6500 befragten Seelsorgern vor allem aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben zwei Drittel angegeben, „in der digitalen Kommunikationspraxis erheblich mehr Chancen als Risiken“ zu sehen. Die Studie zeige insgesamt viel Kreativität als Reaktion auf die Beschränkungen. „Von einer angstvollen Paralyse pastoralen Handelns kann ebenso wenig die Rede sein wie von einem stillen Kirchenrückzug aus den gesellschaftlichen Zusammenhängen.“

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