ChileSpäte Gerechtigkeit

Die chilenische Justiz lässt die grausame Diktatur-Vergangenheit nicht auf sich beruhen, auch wenn die Aufarbeitung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit ihre Zeit braucht. Erneut sind deshalb ehemalige Geheimdienstmitarbeiter zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Den jetzt zwanzig bestraften Personen wird zur Last gelegt, bei der „Operation Condor“ in den siebziger Jahren daran beteiligt gewesen zu sein, Oppositionelle „verschwinden“ zu lassen. Das Gericht zwingt den Staat außerdem dazu, den Hinterbliebenen Entschädigungen zu zahlen.

„Operation Condor“ war der Codename für die geheime Zusammenarbeit mehrerer rechtsgerichteter Militärregierungen in den siebziger und achtziger Jahren. Mit Unterstützung der Vereinigten Staaten gingen sie gegen politische Gegner vor, die des Kommunismus bezichtigt wurden. Die juristische Aufarbeitung begann erst vor wenigen Jahren. Allein in Chile sollen unter dem Diktator-General Augusto Pinochet 40000 Personen entführt, illegal verhaftet und systematisch gefoltert, 3000 ermordet worden sein.

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