Diakon

Das Diakonat gibt es heutzutage in den meisten christlichen Kirchen, die Aufgabenbereiche können jedoch variieren. Im Wesentlichen sind Diakone Seelsorger, Unterstützer und Organisatoren, können aber auch eine Verkündigungs- und Lehrfunktion haben. Der Apostel Paulus bezeichnet sie als „Gottes Mitarbeiter am Evangelium Christi“.

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Diakone in der Bibel

Die ersten sieben Diakone wurden zu Zeiten der Apostel auserwählt. In Apostelgeschichte 6, 1-7 suchten sich die Apostel zur Unterstützung und Entlastung sieben Männer aus, die „von gutem Ruf und erfüllt von Geist und Weisheit“ waren. So wurden Stephanus, Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus durch Gebet und Handauflegung für ihren Dienst geweiht. Auslöser für diese Wahl war die Beschwerde der griechischen Juden, ihre Witwen würden bei der täglichen Versorgung von den Aposteln übersehen werden.

Frauen als Diakoninnen?

In Römer 16, 1 wird von einer gewissen Schwester Phöbe, die einen Dienst in der Gemeinde von Kenchreä hat, gesprochen. Für viele Kirchen ist dies ein Beweis dafür, dass zur damaligen Zeit auch Frauen Diakoninnen gewesen sind.

Was einen Diakon ausmacht

Im 1. Timotheusbrief heißt es über die Diakone:
Ebenso sollen die Diakone sein: achtbar, nicht doppelzüngig, nicht dem Wein ergeben und nicht gewinnsüchtig; sie sollen mit reinem Gewissen am Geheimnis des Glaubens festhalten. Auch sie soll man vorher prüfen, und nur wenn sie unbescholten sind, sollen sie ihren Dienst ausüben. Ebenso sollen die Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, sondern nüchtern und in allem zuverlässig. Die Diakone sollen nur einmal verheiratet sein und ihren Kindern und ihrer Familie gut vorstehen. Denn wer seinen Dienst gut versieht, erlangt einen hohen Rang und große Zuversicht im Glauben an Christus Jesus.“ (1 Tim 3, 8-13)
Auch heutzutage ist es der Kirche wichtig, dass Diakone ein gefestigtes Glaubensleben führen und bereit sind, sich ganz Gott und der Glaubensgemeinschaft zu widmen und ihr zu dienen.

Diakone in den christlichen Konfessionen

Römisch-katholische Kirche

Im Laufe des 2. Jahrhunderts entwickelten sich die drei Weihestufen bestehend aus Diakon, Priester und Bischof. Diese sind nicht nur in der römisch-katholischen, sondern auch in den altkatholischen, den orthodoxen und den anglikanischen Kirchen Tradition. Die Weihe zum Diakon ist die erste Stufe des Weihesakraments und bedeutet daher den Eintritt in den Klerikerstand. Für die Priesteramtskandidaten ist der Diakonat eine ein- bis zweijährige Zwischenstufe zwischen Abschluss des Theologiestudiums und der Priesterweihe. Des Weiteren gibt es die sogenannten Ständigen Diakone – das sind ausgebildete Diakone auf Lebenszeit. Ein verheirateter Mann wird erst im Alter von 35 Jahren zum Diakonat zugelassen, ein unverheirateter Mann hingegen schon im Alter von 25 Jahren – dieser muss nach Empfang der Weihe allerdings zölibatär leben. Ein Diakon kann entweder hauptamtlich, oder nebenberuflich von der Kirche eingesetzt werden.

Aufgaben:

  • Taufsakrament spenden
  • Predigen/assistieren bei der Eucharistiefeier
  • Assistenz bei der Trauung
  • Durchführung von Beerdigungen
  • Ggf. Religionsunterricht und Katechesen erteilen
  • Sich besonders um die Armen, Schwachen und Ausgegrenzten der Gemeinde kümmern („Geschwisterlicher Dienst“)

Das Sakrament der Buße und der Krankensalbung dürfen römisch-katholische Diakone nicht spenden. Außerdem darf der Diakon bei der Eucharistiefeier nicht der Hauptzelebrant sein.

Evangelische Kirche

In der evangelischen, besonders in der evangelisch-reformierten Kirche wird das Diakonat als eines der vier kirchlichen Ämter angesehen. Die Vierämterlehre von Johannes Calvin besagt, dass es folgende vier Ämter in jeder Kirchengemeinde geben sollte:

  • Pastoren oder Hirten
    Aufgaben: Verkündigung von Gottes Wort, Verwaltung der Sakramente, Ermahnung und Trost spenden
  • Lehrer
    Aufgaben: Unterweisung der Gemeinde im Glauben, Ausbildung des theologischen Nachwuchses
  • Älteste
    Aufgaben: Leitungsfunktion innerhalb der Gemeinde gemeinsam mit den Pastoren
  • Diakone
    Aufgaben: Verantwortung für die Armenfürsorge

Für evangelische Diakone sind des Weiteren die „Sieben Werke der Barmherzigkeit“ handlungsleitend. Sie gehen auf die Bibel zurück und äußern sich in Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Sie lauten:

  • die Hungernden speisen
  • den Dürstenden zu trinken geben
  • die Nackten bekleiden
  • die Fremden aufnehmen
  • die Kranken besuchen
  • die Gefangenen besuchen
  • Tote begraben

Ausbildung zum Diakon

In der Regel geht dem Diakonat eine drei- bis fünfjährige Ausbildung voraus. In der evangelischen Kirche gibt es kein einheitliches Ausbildungskonzept, die Ausbildung unterscheidet sich je nach Einrichtung. Dieser kirchliche Beruf besteht aus einer Kombination aus kirchlich-theologischem Wissen sowie pädagogischem Fachwissen. Anders als in der katholischen Kirche werden evangelische Diakone nicht geweiht, sondern eingesegnet.

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