Stimmen aus der KitaUnsere schönsten Weihnachtsrituale

Jede Einrichtung hat im Dezember ihre individuellen Bräuche. Wir haben Fachkräfte gebeten, uns ihre liebsten Adventstraditionen zu schildern.

 Unsere schönsten Weihnachtsrituale
© Schnetter, Uta

Weihnachtsbüchertausch & Adventsstunde

In der Weihnachtszeit beziehen wir die Eltern aktiv ein, indem wir einen Weihnachtsbüchertausch anbieten. Die Mütter und Väter bekommen die Möglichkeit, Lieblings-Weihnachtsbücher ihrer Kinder für ein paar Tage untereinander zu tauschen. Alle Bilderbücher werden in einer großen Schatzkiste im Eingangsbereich ausgestellt. Jedes Buch ist auf der Rückseite mit dem Foto des jungen Eigentümers gekennzeichnet. In eine Liste tragen die Eltern ein, welches Buch sie ausleihen möchten, und nehmen es dann aus der Kiste. Unseren Krippenkindern bieten wir außerdem jede Woche eine besondere Adventsstunde an. Dazu wird jeweils eine Kleingruppe zu einer gemeinsamen Aktion eingeladen, z.B. eine Schattentheater-Aufführung, Weihnachtsplätzchen backen, gemeinsames Musizieren oder das Betrachten von Geschichtensäckchen rund um Weihnachten.

Das Adventskind

Im Morgenkreis wird ein Kind ausgewählt, das an diesem Tag das Adventskind ist. Es kann sich die Sternenkrone aufsetzen, ein mit Klettverschluss verstellbares Stirnband mit einem goldenen Stern. Nachdem die Kerzen am Adventskranz angezündet wurden und wir das Begrüßungslied gesungen haben, geht das Kind gemeinsam mit einer Fachkraft zum Adventskalender. Dieser hängt am Fenster und besteht aus verschieden langen Ästen, die mit Draht verbunden die Form eines Tannenbaumes haben. Verziert ist der Adventskalender mit zwei Lichterketten und roten Säckchen. Das Kind nimmt das Säckchen für den jeweiligen Tag ab, darin befindet sich ein kleines LED-Teelicht. Es wird angeschaltet und auf die Fensterbank gestellt, die weihnachtlich dekoriert ist. So wird es dort jeden Tag ein bisschen heller, je näher wir Weihnachten kommen. Außerdem sucht das Kind noch etwas aus unserer Adventskiste aus. Diese ist mit weihnachtlicher Dekoration wie Engeln, Sternen und Kugeln gefüllt. Das Kind hängt das Ausgewählte an den Tannenbaum-Adventskalender. So wird dort zwar jeden Tag ein Säckchen abgenommen, dafür kommt aber immer auch ein Deko-Objekt hinzu. Uns gefällt dieses Ritual deshalb so gut, weil es ohne Geschenke auskommt und dennoch jedes Kind stolz auf seine besondere Rolle als Adventskind ist.

Selbst gemachte Vogelmuffins

Es ist Advent. Die Kinder der Tigergruppe mögen diese Zeit sehr. Es ist eine besondere Zeit: Alles wird liebevoll mit selbst gebastelten Sternen dekoriert und im Eingangsbereich steht ein kleiner Christbaum. Dort treffen sich die Kinder regelmäßig zum Weihnachtslieder singen und einmal am Tag zünden sie die Kerzen am Adventskranz an. Plätzchen haben sie auch schon gebacken! Und natürlich gibt es auch einen Adventskalender. Dieser hängt an einem Zweig und jeden Tag darf ein anderes Kind eine kleine Schachtel abschneiden. Eines Morgens fragt Lilly: „Und was ist eigentlich mit den Vögeln? Die bekommen ja gar nichts zu Weihnachten.“ Die anderen Kinder stimmen Lilly zu. Mia hat eine Idee: „Könnten nicht wir den Vögeln etwas schenken?“ Alle sind begeistert. Auch die Erwachsenen finden die Idee gut. Am nächsten Tag kaufen alle gemeinsam Pflanzenfett und Körner und stellen daraus Futter für die Vögel her. Das macht Spaß. Aber die Kinder müssen auch gut aufpassen, denn das Fett wird auf dem Herd geschmolzen und ist sehr heiß (Rezept s. Download). Sobald das Vogelfutter fertig ist, binden die Kinder noch eine kleine Schnur an die Vogel-Geschenke und hängen sie an den Bäumen auf dem Kita-Gelände auf. Jeden Tag kommen die Vögel und fressen die Leckereien. Jetzt haben auch sie ein tolles Weihnachtsgeschenk bekommen. Die Kinder beobachten sie und freuen sich.

Jahreszeitentisch & Adventskranzgeschichten

Pünktlich zum ersten Dezember kommt die Weihnachtsdecke auf den Tisch. Nun folgen nach und nach weitere symbolträchtige Gegenstände wie Kerzen, Naturmaterialien, Krippenfiguren usw. Täglich zur gleichen Zeit ergänzen die Kinder den Jahreszeitentisch und sprechen über das bevorstehende Fest. Und jeden Tag versammelt sich die Gruppe um den Adventskranz. Anstatt den Kindern klassische Weihnachtsgeschichten vorzulesen, erzählt eine Fachkraft in wenigen Sätzen eine eigene, kleine, weihnachtliche Geschichte mitten aus dem Gruppenleben, z.B.: „Gestern kam Leo als kleiner Weihnachtsengel zur Tür herein und …“ oder „Maha hat heute ein Adventskalendergeschenk bekommen. Da …“ Immer freitags nehmen die Kinder einen Adventsgruß mit nach Hause. Das kann eine Geschichte zum Vorlesen, ein weihnachtlicher Basteltipp fürs Wochenende, ein Gedicht oder Gebet zum gemeinsamen Essen oder ein Ausflugstipp sein (z.B. ein Weihnachtsmärchen im Theater).

Ein Baum für alle 

In der Adventszeit stellen wir im Eingangsbereich der Kita einen ungeschmückten Tannenbaum auf. Alle Familien sind dazu aufgerufen, diesen so bunt und vielfältig wie möglich zu gestalten. Daheim oder in den Gruppen Gebasteltes  – alles findet seinen Weg an die Zweige. Der Baum ist ein Symbol für das ewige Leben und die Geburt von Jesus Christus. Der Brauch des Schmückens steht für die Geschenke der Heiligen Drei Könige. Nicht nur das Christliche pflegt unsere Tradition, auch das Sozial-emotionale: gemeinsam erleben. Das stete Zunehmen des Baumschmuckes lässt die Augen der Kinder, Eltern und Fachkräfte täglich neu aufleuchten. Die Kinder erleben, dass sie zusammen einen großen Baum schmücken und sich so die Adventszeit verschönern können. Sie bestaunen die Bastelwerke der anderen und tauschen sich darüber aus. Da alle Familien der Kita, also aus Krippe und Kindergarten, den Baum gemeinsam schmücken, entflammt hier auch der Gedanke neu, dass wir alle zusammengehören.

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