Beziehungsvolle Pflege nach PiklerWickeln mit Respekt und Sorgfalt

Die Beziehung zwischen Kind und Fachkraft ist nach Emmi Pikler von großer Bedeutung in Pflegesituationen. Sie sollte von der Fachkraft ausgehend individuell, liebevoll und vertrauensgebend gestaltet werden.

Wickeln mit Respekt und Sorgfalt
© Harald Neumann

BENÖTIGTE MATERIALIEN:

  • weiche Unterlage
  • sauberes Handtuch für jedes Kind
  • evtl. Wärmelampe
  • Feuchttücher
  • Windeln
  • Windeleimer mit Fußbetrieb
  • unterschiedliche Spielzeuge

SO WIRD’S GEMACHT:

Vorbereitete Umgebung:

Der Platz, an dem gewickelt wird, ist kuschelig und bequem für das Kind. Es liegt für jedes Kind ein eigenes Handtuch bereit. Gleichzeitig sollte auch die Fachkraft einen bequemen Stand haben.

Kind zum Wickelplatz bringen:

Egal, ob ein Kind akut gewickelt werden muss oder ob es routinegemäß an der Reihe ist: Es sollte laut Pikler in dieser Situation Achtung erfahren. Das bedeutet, dass es mit seinem Namen angesprochen wird, wenn es aus der (Spiel-)Situation, in der es sich befindet, herausgeholt wird. Körperlicher Kontakt, zunächst durch sanfte Berührungen, ist von großem Vorteil. Auch Augenkontakt sollte gesucht werden. Dann werden dem Kind die Hände entgegengestreckt. Kennt es den Ablauf, wird es seine Hände zurückstrecken. Manche Kinder mögen es spielerisch, andere kuscheln gern. Die Fachkraft sollte die persönlichen Präferenzen kennen und auf jedes Kind individuell eingehen. Während es an der Hand zum Wickelplatz geht oder getragen wird, sollte miteinander gesprochen werden.

Während des Wickelns:

Sobald das Kind auf dem Wickeltisch liegt, wird miteinander gespielt und gelacht. Jedes Kind hat Vorlieben: Das eine greift nach einem Spielzeug, das andere schaut gern zu oder lauscht einem Lied. Laut Emmi Pikler sollte die Fachkraft ihr Handeln in dieser Situation feinfühlig auf das Kind und seine Bedürfnisse abstimmen. Um Unfälle zu vermeiden, sollte immer eine Hand am Kind sein. Während des Ausziehens, Reinigens und Wickelns sollte langsam und im Tempo des Kindes gearbeitet werden. Augenkontakt und der verbale Austausch sind in dieser Situation wichtig. Die Vorgänge sollten bekannt sein. Kinder, die miteinbezogen werden, wissen, was als Nächstes kommt, sie helfen mit, strecken ihre Hände aus und halten still. Werden all diese Handlungen liebevoll und fürsorglich durchgeführt, sind sie i. d. R. offen und kooperativ.

Nach dem Wickeln:

Benutzte Windeln sollten umgehend entsorgt werden. Noch wichtiger ist es jedoch, das Kind in die Situation zurückzubringen, aus der es gekommen ist, oder alternativ in eine andere, wenn es das wünscht. Durch Kommunikation lässt sich herausfinden, was es nach der Wickelpause gerne tun möchte. Für Emmi Pikler endet die beziehungsvolle Pflege nicht mit dem Wickeln, vielmehr bezieht sie sich auch auf die Bereiche An- und Ausziehen, auf das Füttern und das Waschen. Das Kind sollte dabei stets im Mittelpunkt stehen, es muss sich geliebt und beachtet, von Liebe und Sorgfalt umgeben fühlen.

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