Jetzt noch bei ANSCHWUNG FÜR FRÜHE CHANCEN mitmachen!

2011 trat das Serviceprogramm ‚Anschwung für frühe Chancen‘ mit dem Ziel an, bis zu seinem Ende am 31. Dezember 2014 insgesamt 600 lokale Initiativen für frühkindliche Entwicklung in Städten, Landkreisen und Gemeinden auf- bzw. auszubauen. Initiiert vom Bundesfamilienministerium und verwaltet von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung wird das Programm vom Europäischen Sozialfonds gefördert. Es will die lokalen Initiativen in ihrer Netzwerkarbeit unterstützen und darin, individuelle Antworten auf ihre Fragen zur Verbesserung der Kindertagesbetreuung zu finden.

Als lokale Initiative bezeichnet das Anschwung-Programm ein Bündnis aus mindestens drei Organisationen, die vor Ort die Situation der frühen Erziehung, Bildung und Betreuung analysieren, Bedarfe ermitteln, Ziele formulieren und ein Handlungskonzept erarbeiten. Lokale Initiativen können sich neu oder aus schon bestehenden Netzwerken gründen. Um die Nachhaltigkeit der Ergebnisse sichern zu können, soll wenigstens eine der drei Organisationen aus der kommunalen Verwaltung oder Politik stammen. Konkret arbeiten in den Initiativen z.B. Vertreter/-innen von Kindertageseinrichtungen, Trägern, Schulen, Jugendämtern, Fachdiensten und Politik sowie Kindertagespflegepersonen und Eltern zusammen.

Lokale Initiativen erhalten vom Anschwung- Programm eine Prozessbegleitung, fachliche Unterstützung durch Fortbildungen sowie Gelegenheit zu Hospitationsreisen. Eine finanzielle Unterstützung ist jedoch nicht vorgesehen.

Den lokalen Initiativen werden vom Anschwung-Programm Prozessbegleiter/- innen zur Seite gestellt. Diese sollen durch professionelles Netzwerken die betreffenden Akteure an einen Tisch bringen und mit ihrer Methodenkompetenz begleiten. Allerdings ist es nicht ihre Aufgabe, inhaltliche Bewertungen abzugeben, sondern vielmehr, die Gruppe darin zu unterstützen, dass sie ihre eigene Position entwickelt.

Dazu Kita-Leiterin Gabriele Raab von der lokalen Initiative im hessischen Dreieich: „Es ist sinnvoll, wenn uns jemand den roten Faden weist. Sonst wäre es sicher vor und zurück und zur Seite gegangen. Kurz: Ohne die Prozessbegleitung hätten wir einen Irrgarten bekommen. Jetzt haben wir eine gute Straße gebaut, auf der wir weiter vorwärtslaufen können.“

Filipp Fuchs, Prozessbegleiter vom Trierer Anschwung-Servicebüro und zuständig für lokale Initiativen im nördlichen Baden-Württemberg, sieht das Besondere des Programms darin, dass bei dieser Bundesinitiative ein wichtiger systemischer Gedanke zum Tragen komme und auch praktisch umgesetzt werde. Denn oftmals würden gut gemeinte Ideen aus Berlin und die dazu bereitgestellten Gelder unwirksam versickern.

Das Anschwung-Programm hingegen unterstütze den bereits vorhandenen Willen zur Veränderung - angepasst an kulturelle und örtliche Besonderheiten. Denn was für die eine Kita perfekt passen mag, ist für eine andere Einrichtung in 50 Kilometer Entfernung vielleicht schon eine Idee, mit der sich keiner identifizieren kann.

Gerade weil die lokalen Initiativen ihre inhaltlichen Schwerpunkte selbst setzen können, stellen sich diese auch sehr individuell und unterschiedlich dar. Dennoch tauchen einige zentrale Fragestellungen, die von ihnen bearbeitet werden, sehr häufig und immer wieder auf:

Wie kann ein Familienzentrum aufgebaut werden?

  • Wie können Netzwerke zwischen den lokalen Akteuren geschaffen werden?
  • Wie können die Betreuungsangebote erweitert bzw. aufeinander abgestimmt werden?
  • Wie kann der Übergang in die Schule gut gestaltet werden?
  • Wie kann die Zusammenarbeit mit den Eltern intensiviert werden?
  • Wie können allen Kindern gleiche Bildungschancen ermöglicht werden?
  • Wie kann die Einrichtung attraktiv für neue Fachkräfte werden/ bleiben?
  • Wie kann die Qualität weiterentwickelt und gesichert werden?
  • Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für weitere Angebote?

Die Entwicklung jeder lokalen Initiative wird dokumentiert und ausgewertet. Jährlich erscheint ein Zwischenbericht über das Programm. Außerdem findet eine externe Evaluation statt.

Im Anschwung-Programm gibt es auch ein Kommunikationsteam, das den lokalen Initiativen Angebote für den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit macht:

  • Leitfaden mit Tipps
  • Workshops
  • Plattform zur eigenen Darstellung auf www.anschwung.de
  • Begleitung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bundesweit hat das Anschwung- Programm aktuell sechs Servicebüros, die jeweils für mehrere Bundesländer zuständig sind. Die Standorte sind Berlin, Dresden, Kiel, Köln, München und Trier.

Jede Kindertageseinrichtung, die eine lokale Initiative gründen oder sich in einer bereits bestehenden engagieren möchte, hat 2014 noch die Möglichkeit, bei ‚Anschwung für frühe Chancen‘ mitzumachen.

Komplizierte Antragsverfahren oder bürokratische Hürden gibt es nach Angaben der zuständigen Stellen nicht. Wenn auch Ihre Einrichtung Interesse haben sollte, finden Sie die Kontaktdaten des zuständigen Servicebüros unter www.anschwung.de/servicebueros

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