Blau und Rot gibt ViolettEine kreative Idee mit Flaschen und Farben

Blau und Rot gibt Violett. Eine kreative Idee mit Flaschen und Farben
© Anja Horn, Freiberg

Vor Clara steht eine mit Wasser gefüllte Sprudelflasche. Sie kniet daneben und beugt den Kopf, um genau ins Innere der Flasche zu schauen. Denn was gleich passieren wird, hat sie gerade eben entdeckt und will es wiederholen: Sie führt die Pinselspitze, an der ein Tropfen blaue Wasserfarbe hängt, zum Flaschenhals. In dem Moment, in dem der Farbtropfen das Wasser in der Flasche berührt, explodiert eine blaue Wolke und breitet sich langsam in der Flasche aus.
Clara beobachtet das Schauspiel, dann rührt sie neue Wasserfarbe an und färbt das Blau der Flasche intensiver. Im Team mit den anderen sind bald alle Wasserflaschen an der Station blau eingefärbt. Die Rot-Macher*innen sind an ihrer Station auch gleich fertig, aber die Gelb-Station könnte noch Hilfe gebrauchen. Clara übernimmt das Auffüllen der leeren Flaschen mit Wasser.
Wenn alle Stationen ihre Wasserflaschen eingefärbt haben, dürfen je zwei Grundfarben miteinander vermischt werden. Die Kinder scheinen sich in Alchemist*innen zu verwandeln, die Wiese ist plötzlich ein Forscherlabor und sie entdecken die Magie der Farbmischungen. Wer hat ein Rezept für Lila? Emre zeigt stolz das leuchtende Neongrün, das er gemischt hat. Alle fertigen Mischungen werden mit einem Deckel verschlossen und vorsichtig in einen Kreis aus Flaschen auf die Wiese gelegt. So können die entstandenen Farben benannt werden. Einige Erfinder*innen verraten gerne ihr Vorgehen, andere wollen ihre Mischung auf jeden Fall geheim halten.
Manche Farbtöne passen nicht nebeneinander. Die Kinder sortieren die Flaschen nach den Abstufungen um, bis ein leuchtender Farbkreis entsteht.

Bildungsaspekte

Kinder entdecken das Farbenmischen oft zufällig beim Malen mit Flüssigfarben. Wer sie genau beobachtet, stellt dann manchmal fest, dass das Bild plötzlich nicht mehr interessant ist. Stattdessen wird in den Farbnäpfen der Palette großzügig gerührt und gemischt. Dem Bedürfnis der Kinder, die Farbmischungen zu erforschen, kommt das Mischen von stark verdünnten Farbwassern nicht nur entgegen, es bietet in durchsichtigen Flaschen sogar die besten Möglichkeiten, dieses Phänomen zu untersuchen. Schüttet man beliebig, stellen Kinder fest, dass die Grundfarben Gelb, Rot und Blau zusammen Braun ergeben. Diese Erkenntnis hilft auch für das Bildermalen weiter. Stellt man die Regel auf, dass immer nur zwei Farben zusammengeschüttet werden, lassen sich wunderbar die Entstehung von Lila, Orange und Grün klären. Das Sortieren nach Farbnuancen differenziert die Wahrnehmung und fördert Kompetenzen wie Vergleichen, Ordnen, Benennen und Diskutieren. Die Wasserflaschen durch einen Trichter umzufüllen oder an einer Farbstation zu kooperieren fordert Kinder heraus und lässt sie Lernerfolge als Farbforscher*innen erleben.

Die Farbstation im Garten – Vorbereitung:

Die Kinder halten die Glasflaschen unter Wasser, um die Etiketten abzulösen und Wasser in die Flaschen zu füllen. Beim Schöpfen und Umfüllen lernen die Kinder das Volumen von Gefäßen und die Funktion eines Trichters kennen. Glasflaschen müssen sicher und fest mit der Hand gegriffen werden, damit sie nicht durchrutschen. Bei jüngeren Kindern Plastikflaschen benutzen.

Bereiten Sie drei Farbstationen für die Grundfarben Rot, Gelb und Blau vor. An jeder Station stehen 6-8 Flaschen, langstielige Pinsel und die jeweilige Wasserfarbe bereit. Die Anordnung auf weißen Tabletts oder auf verschiedenen Tischen gibt den Arbeitsrahmen vor. Pro Station arbeitet eine Kleingruppe von Kindern.

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