Erzieher/-in – mein Traumberuf!

Sagt Monika Schaarschmidt. Sie hat 45 Jahre als Erzieherin gearbeitet. Nun in Rente und freiberufliche Fortbildnerin ist sie noch immer mit Kitas verbunden. Sie fasst rückblickend zusammen, warum Erzieherin ihr Traumberuf geblieben ist.

Erzieher/-in - Mein Traumberuf!
© privat (Monika Schaarschmidt)

Dafür gibt es exakt 10 Gründe:

1. Die Chance zur eigenen Weiterentwicklung

Pädagogik ist stets im Wandel begriffen. Erzieher/ -innen reagieren auf Veränderungen in Gesellschaft, Politik und im Lebensumfeld der Kinder mit alternativen pädagogischen Konzepten. Wer lange im Beruf ist, erlebt dadurch immer wieder neue Herausforderungen – aber auch Chancen. Die damit verbundene Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit dient der Qualifizierung der Arbeit – bereichert aber auch in hohem Maße das Privatleben. Der Mut zur Veränderung macht sehr stark!

2. Kostbare Erfahrungsschätze nutzen

Berufs- und persönliche Lebenswege von Erzieher(inne)n sind eng miteinander verknüpft. Die Fülle von Erfahrungen, die auf diesen Wegen gesammelt wurde, gleicht einem Schatz, der im Zusammensein mit Kindern ebenso genutzt wird wie in der Zusammenarbeit mit Eltern. Viele ältere Fachkräfte haben darüber hinaus die Fähigkeit erworben, zu unterscheiden zwischen sinnund wertvollen Elementen der Pädagogik, die es sich lohnt zu bewahren, und solchen, die der Erneuerung bedürfen. Welch eine Bereicherung für das Team!

3. Talente und Kompetenzen einbringen

In den meisten Einrichtungen haben Erzieher/ -innen die Möglichkeit, Talente wie musische Begabung oder sportliche Interessen und dazugehörige Kompetenzen in die tägliche Arbeit einzubringen. Gemäß dem Zitat von Augustinus von Hippo (354–430, römischer Philosoph und Kirchenlehrer) „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“ teilen sie ihre Begeisterung für eine besondere Tätigkeit mit den Kindern. Das macht auch nach vielen Berufsjahren noch Freude und erhält die eigene Motivation, die im Alltagsstress so leicht verloren geht.

4. Mit Kindern lernen

Pädagog(inn)en, die Kinder auf ihren Lernwegen begleiten, werden selbst zu Lernenden. Sie lassen sich von der Neugierde und dem Wissensdurst anstecken, werden mit unbekannten Dingen und Themen konfrontiert. Sie haben die wunderbare Chance, gemeinsam mit Kindern etwas zu entdecken und zu erforschen und mit ihnen nach Antworten zu suchen. Nicht selten führt der spannende Lernweg die Erwachsenen dabei durch Wissensgebiete, die in der eigenen Kindheit unentdeckt blieben oder unbeliebt waren.

5. Mit der Natur leben

Wer im Rahmen von Bildungsarbeit Kindern regelmäßig Naturerfahrungen ermöglicht, beschenkt auch sich selbst. Gemeinsam den vielen Facetten der Natur begegnen, sich von ihrem Rhythmus im Alltag inspirieren lassen, mit Staunen die kleinen und großen Wunder wahrnehmen – alles das ist Teil eines wichtigen Arbeitsauftrages und hinterlässt gleichzeitig ein angenehmes Gefühl von Freude und Dankbarkeit.

6. Die Langsamkeit entdecken

Kinder zeigen täglich, wie man ganz im Hier und Jetzt sein kann, wie man den Augenblick mit allen Sinnen leben kann. Trotz schlechter Rahmenbedingungen gelingt es den Erwachsenen oftmals, mithilfe der Kinder die Langsamkeit wiederzuentdecken. Beim intensiven Beobachten von kleinsten Lebewesen, beim kreativen Tun, beim Betrachten eines Bildes – immer ist Entschleunigung nötig –, und die hält, besonders in der zweiten Hälfte des Berufslebens, Körper und Seele gesund.

7. Philosophieren im Alltag

Kinder und Erwachsene sind gleichermaßen interessiert an der Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen und Themen (zum Beispiel Leben, Tod und Glück) und suchen Erklärungen für das, was nicht sichtbar ist. Kleine Anlässe im Kita-Alltag regen Dialoge und philosophische Gespräche an. Für Erzieher/-innen sind das Glücksmomente, wenn Kinder ihnen Gedanken und Gefühle offenbaren und dabei vieles aus einer ganz anderen Perspektive betrachten. Kinder regen an, die eigenen Sichtweisen zu überdenken und Vertrautes infrage zu stellen.

8. Werte leben

Der Wunsch, die eigenen Werte im Arbeitsalltag zu leben, hat bei vielen Erzieher(inne)n zur Berufswahl beigetragen. Diese Werte haben während vieler Berufsjahre zu einer pädagogischen Grundhaltung geführt und das Denken und Handeln beeinflusst. So kann es gelingen, neben der Bereitschaft zur Weiterentwicklung die eigene Authentizität zu bewahren.

9. Zukunft gestalten

Erzieher/-innen nehmen in ihrer Arbeit mit Kindern und Familien Vielfalt als Normalität und Chance wahr und sorgen für eine gleichberechtigte Teilhabe und Partizipation. Mit einer inklusiven Pädagogik und durch interkulturelle Arbeit tragen sie zur Chancengleichheit bei. Wenn Kinder ihre familiären, kulturellen oder religiösen Erfahrungen mit ihnen teilen, ergibt sich daraus nicht nur ein hoher Anspruch an die pädagogische Arbeit. Es ist auch für jede einzelne Fachkraft die Möglichkeit, eine multikulturelle Gesellschaft der Zukunft mitzugestalten.

10. Im Team arbeiten

Es ist angenehm, in einer überwiegend heiteren Grundstimmung mit großer Ernsthaftigkeit gemeinsam zu arbeiten! In den meisten Einrichtungen gelingt das, denn eine gut funktionierende Zusammenarbeit und eine angenehme Atmosphäre im Team gehören zu den wichtigen Ressourcen. Die gemeinsame Zielorientierung beflügelt, ein wertschätzender Umgang miteinander stärkt und ermutigt. Der Berufsalltag in Kita oder Krippe bietet außerdem die besten Voraussetzungen, um Teamarbeit mit einem wohltuenden Maß an Nähe und Distanz zu praktizieren.

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