Regeln

"Regeln sind verbindliche Richtlinien für eine bestimmte Gruppe. Sie werden auf der Basis von Werten und Normen erstellt. Sowohl die Kindergruppe als auch die Erwachsenengruppe (Erzieherinnen und Leitung) benötigen Regeln. Ebenso benötigen die Eltern, z. B. bei Hospitationen, Regeln, wenn sie in der Einrichtung sind. Dabei ist die Erwachsenengruppe immer Vorbild für die Kinder. Regeln erleichtern das Zusammenleben, weil durch sie die Situationen nicht ständig neu entschieden bzw. ausgehandelt werden müssen. Gut eingeführte und sinnvolle Regeln entlasten die Erzieherin, da die Kinder viele Situationen aufgrund der Regeln selbst klären können. Regeln sollten so weit wie möglich zusammen mit den Kindern erarbeitet werden, z. B. in einer Kinderkonferenz. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die Kinder sich auch an die Regeln halten. Regeln, die die Erzieherin einführt, muss sie gut begründen. Regeln sollten so weit wie möglich positiv formuliert sein (Bsp.: „Wir gehen im Flur“ statt „Nicht rennen!“). Es ist darauf zu achten, dass nur das geregelt wird, was auch geregelt werden muss. Für die Kinder muss klar sein, welche Konsequenzen bzw. logischen Folgen eine Regelverletzung hat. Außerdem müssen die Kinder lernen, dass Regeln in bestimmten Situationen (ist ein Kind verletzt, muss die Erzieherin im Gespräch unterbrochen werden) nicht befolgt werden müssen bzw. sollen. Bestehen zu viele Regeln, dann kann nicht mehr auf besondere Situationen und spezielle Bedürfnisse der Kinder differenziert eingegangen werden. Der Alltag wird nicht mehr lebendig, sondern formalisiert wirken. Immer wieder sollten Regeln auf ihren Sinn überprüft und ggf. beibehalten, weiterentwickelt oder abgeschafft werden."