Geschlechtsspe­zifische Erziehung

"Geschlechtsspezifische Erziehung ist (in unklarer Abgrenzung zur Sexualerziehung) ein wichtiger Aspekt der Arbeit in Kindertageseinrichtungen, verankert in § 9 Nr. 3 SGB VIII. Eindeutig ergibt sich daraus der Auftrag, unterschiedliche Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen und die Gleichberechtigung zu fordern. Eine Konsequenz daraus ist die konzeptionelle Verankerung von Mädchen- und Jungenarbeit im gemischtgeschlechtlichen Alltag in den Einrichtungen. Dies setzt voraus, dass sich die Erzieherinnen und Erzieher ihrer eigenen Geschlechtsidentität bewusst sind und ihr eigenes Geschlechtsrollenverhalten reflektieren. Geschlechtsspezifische Erziehung soll den positiven und verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht ermöglichen. Dazu gehören die Vermittlung von Sachinformationen sowie die Ermöglichung von rollenüberschreitenden Erfahrungen. Grundsatzziel ist die Stärkung des Selbstwertgefühls von Mädchen und Jungen durch die Entwicklung einer Geschlechtsidentität. Ziele in der geschlechtsspezifischen Erziehung, die altersgerecht differenziert werden müssen: Gefühle zeigen und beschreiben, Grenzen setzen und Nein-Sagen lernen, sich in andere einfühlen können, Risiken von Sexualität kennen, Wissen vermitteln, Verhütungsmethoden aufzeigen, geschlechtsbezogene Verhaltensmuster aufzeigen und hinterfragen, Schönheitsideale hinterfragen."