Religionsphilosophie

Religionsphilosophie heißt die philosophische Reflexion auf Religion als wesentliches Hingeordnetsein des Menschen auf das Heilige, als menschliche Antwort auf das Angesprochensein durch das Unbedingte (P. Tillich †1965) oder als Offenheit für die Möglichkeit des annehmenden Hörens einer Offenbarung (K. Rahner †1984). Beim Aufkommen des Begriffs Religionsphilosophie in der Zeit der Aufklärung Ende des 18. Jh. bedeutete Religionsphilosophie die Bemühungen um eine vor dem Forum der Vernunft bestehen könnende »natürliche Religiosität «. Zu einer wissenschaftlichen Disziplin ausgestaltet, befaßte sich Religionsphilosophie im 20. Jh. auch mit dem religiösen Akt, mit Weltanschauungstypen, Analysen des religiösen Bewußtseins und der religiösen Sprache, Aporien unbeantworteter religiöser Fragen usw. Die Methodenunterschiede erklären sich aus der Verschiedenheit des jeweiligen »Vorbegriffs« von Religion.