Warum der Katechismus nicht die Lösung für die Glaubenskrise istDer Schlüssel ist die Beziehung

Der Katechismus hat es im Kontext religiöser Bildung immer schon schwer gehabt, denn er ist eben kein Lernbuch, sondern eine Sammlung normativer Lehraussagen. Deshalb wird der Youcat den Traditionsabbruch in der katholischen Kirche auch nicht aufhalten. Eine Replik auf Bernhard Meuser.

Jugendliche mit dem Youcat
© KNA-Bild

Ohne Frage ist die Situation der beiden großen christlichen Kirchen in unserem Land besorgniserregend. Dies wurde gerade wieder zu Weihnachten in besonderer Weise thematisiert, als alle großen überregionalen Tages- und Wochenzeitungen größere Reportagen und Essays über die Krise der Institution Großkirche präsentierten – in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung am 25. Dezember allein zwei ganzseitige Beiträge von Markus Günther und Lucia Schmidt.

Der Tenor: Zwar sprudeln mit Hilfe des Instruments Kirchensteuer weiterhin unvermindert Millionen von Euro in die Kassen der evangelischen wie der katholischen Kirche, doch verdankt sich diese Entwicklung vor allem der immer noch guten Konjunktur in Deutschland, weniger dagegen steigender Mitgliedszahlen. Zwar nimmt die Komplexität der kirchlichen Strukturen in Verwaltung und Seelsorge weiterhin zu und die Zahl kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Diözesen und Landeskirchen erreicht neue Höchststände, doch diesem Heer kirchlicher Hauptamtlicher stehen immer weniger praktizierende Gläubige gegenüber. Zwar haben sich beide Kirchen in der aktuellen Flüchtlingskrise als wichtige politische und diakonische Akteure profiliert, die in vielfacher Weise staatliche Aufgaben und Verpflichtungen aus christlichem Ethos heraus übernommen und sich hoch professionell zu eigen gemacht haben. Doch steht dieses Engagement in einem schmerzlichen Kontrast zum religiösen Leben und zur Glaubenspraxis in den christlichen Familien, Verbänden und Gemeinden: So sinkt seit der Wiedervereinigung 1990 die Zahl der Taufen auch in der katholischen Kirche kontinuierlich, wobei dies nicht nur mit dem demographischen Wandel, sondern auch mit der bewussten Entscheidung katholischer Eltern zusammenhängt, die eigenen Kinder nicht mehr taufen zu lassen.

Die Quote der sonntäglichen Gottesdienstbesucher hat sich inzwischen auf 3,6 (Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland für 2013) beziehungsweise auf gut 10 Prozent (Angaben der Deutschen Bischofskonferenz für 2015) eingependelt. Und auch wenn die meisten katholisch getauften Kinder später dann die Erstkommunion empfangen und an Firmvorbereitung wie Firmsakrament teilnehmen, so sind die Beobachtungen vieler, die sich in Katechese, Religionsunterricht und Jugendarbeit engagieren, alarmierend. Bei katholischen Kindern und Jugendlichen zeigt sich seit einigen Jahren ein mehr oder weniger vollständiger Traditionsabbruch: Elementare Vollzüge christlicher Glaubenspraxis sind unbekannt oder werden wegen des mangelnden Unterhaltungswertes abgelehnt, fundamentale christliche Glaubensinhalte sind gar nicht bekannt oder werden zumindest rasch wieder vergessen, Sinn- und Wertentscheidungen in der konkreten Alltagswelt werden ohne religiöse Kontextualisierung und Begründung getroffen – mit dem eigentlichen Leben hat Religion nichts zu tun. Mit Charles Glock, einem der Klassiker der Religionssoziologie, gesprochen: Von den fünf Dimensionen, die Religiosität ausmachen, lässt sich bei den meisten katholischen Kindern und Jugendlichen nur die rituelle Dimension – und zwar beschränkt auf die Initiationssakramente und sporadische Gottesdienstbesuche zu Weihnachten – erkennen. Die vier anderen Dimensionen – lebensrelevante religiöse Vorstellungen, konkrete religiöse Erfahrungen, religiöses Wissen und die religiöse Ausstrahlung in das Alltagsleben – scheinen nicht mehr vorhanden zu sein.

Youcat rettet Kirche?

Der Augsburger Publizist Bernhard Meuser hat diese Phänomene ausführlich beschrieben (vgl. HK Januar 2017, 30–32) und auf die Formel gebracht, „in der breiten Fläche verdunstet der Glauben" (30). Und weiter: „Die Kirche stirbt gerade in den Seelen ihrer Mitglieder. Und sie wird weiter sterben, wenn nicht entschlossen gegengesteuert wird". Für diese Kurskorrektur hat Meurer einen Lösungsvorschlag, denn die Ursachen für die Glaubenskrise sind für ihn klar auszumachen: „Der Zerfall christlicher Identität und die Verdunstung des Glaubens in der Kirche ist Teil ihrer Selbstsäkularisierung und Deprofilierung und die Folge einer ‚Katechese ohne Katechismus‘". Entsprechend soll eine Rückkehr zur Arbeit mit dem Katechismus in der Variante des sogenannten Youcat den Niedergang kirchlichen Lebens aufhalten.

Meuser räumt selber ein, dass er mit seiner Katechesekritik eine stark simplifizierende Antwort für den Abbruch religiöser Praxis in der katholischen Kirche anbietet, wenn er schreibt: „Monokausale Erklärungen greifen dafür nicht". Denn in der Tat zerbrechen sich Theologen, Philosophen und Soziologen seit Jahrzehnten schon den Kopf darüber, wie sich die beschriebenen Phänomene erklären lassen – die Theorien hierzu füllen ganze Bibliotheksregale: Handelt es sich hier um eine Phase der Säkularisierung moderner Gesellschaften oder lediglich um eine Pluralisierung und Privatisierung von Religion? Zeigt sich hier eine dramatische Entkirchlichung oder nur eine Facette der allgemeinen Institiutionenauflösung? Werden wir Zeugen einer Kirchenkrise, einer Glaubenskrise oder sogar einer Gotteskrise der westlichen Zivilisation? Welche Rolle spielt der Einfluss von Konsumdruck, Markenkult und Sportkommerzialisierung als Religionsäquivalente? Wie hängen zivilisatorische Entwicklung, funktionale Ausdifferenzierung und digitale Spiegelung einer Gesellschaft mit der zunehmenden Bedeutungslosigkeit des Christentums in Europa zusammen?

Meuser nennt selber die Mobilität der Menschen heute, die strukturelle Ausdifferenzierung der Gesellschaft und die digitalen Medien als weitere Ursachen für die Erklärung des beobachteten Traditionsabbruchs. Damit macht er deutlich, dass er selbst um die Beschränktheit seiner These zur Katechese weiß. Ihm geht es eigentlich um etwas anderes: Er stört sich an der fehlenden Rezeption des Youcat in der Theologie, konkreter in der Katechetik und Religionsdidaktik, also in Gemeinde und Schule: Es „geht um die Zurückhaltung der Theologen, Katecheten und Religionspädagogen. (…) Die Kritik ist grundsätzlicher. Sie betrifft das Medium. Man will keinen Katechismus – wie gut oder schlecht er gemacht worden ist". Und mit dieser Behauptung, die gewissermaßen der Empörung eines Youcat-Machers Ausdruck verleiht (Warum taucht der Youcat in Schule und Sakramentenvorbereitung kaum auf, obwohl knapp 400 000 Käufer im deutschsprachigen Raum sich für dieses Medium entschieden haben?), lohnt es sich, religionspädagogisch auseinanderzusetzen: Denn sie stimmt!

Ohne Frage gibt es seit der anthropologischen Wende in der katholischen Theologie und damit verbunden in der katholischen Religionspädagogik ein inzwischen weit verbreitetes und intergenerationell tradiertes Unbehagen, Katechismen als Medien religiöser Lern- und Bildungsprozesse zu verwenden. Dies hängt zum einen sicher mit den vielfach traumatischen Erfahrungen zusammen, die Generationen von Katholiken vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil gemacht haben. Meuser weiß um diese Erblast, wenn er über den vorkonziliaren Katechismus-Unterricht schreibt: „Unwissenden, oft unwilligen Adepten wurde eine fertigverpackte, vermeintlich niederschwellige Theologie eingebimst, mit kontraproduktiven Folgen. Die Kinder sollten auswendig lernen, nicht nachdenken" (31). Entsprechend diskreditiert war der Katechismus als klassisches Medium spätestens nach der Würzburger Synode (1972–1975) in Deutschland.

Selbst innovative, religionspädagogisch reflektierte Katechismusmodelle, wie der von Gottfried Bitter und anderen herausgegebene „Grundriss des Glaubens" (1979) oder der zweibändige „Katholische Erwachsenen-Katechismus" (1985) der Deutschen Bischofskonferenz, haben infolge nur noch sehr begrenzte Verbreitung und Wirkung gefunden. Es ist bezeichnend, dass das vor wenigen Jahren erschienene „Handbuch der Katechese" über 40 Artikel zu unterschiedlichsten Themen, davon aber keinen einzigen zum Stichwort „Katechismus" oder „Katechismus-Unterricht" enthält (Angela Kaupp, Stephan Leimgruber und Monika Scheidler [Hg.], Handbuch der Katechese. Für Studium und Praxis, Freiburg 2011). Da sich diese Entwicklung kaum allein mit den kollektiven Traumata der Nachkriegsgeneration erklären lässt, lohnt sich ein längerer Blick auf den Katechismus und seine Bewertung in der wissenschaftlichen Reflexion: Es gibt nämlich gute Gründe, den Katechismus als Medium religiöser Bildung in Frage zu stellen.

Kritische Betrachtung

Zum Ersten: Der Katechismus steht seit seiner Entstehung im 3. Jahrhundert n. Chr. in der unaufhebbaren Spannung von Dogma und Didaktik, eben von Lehre und Lernen. Schon in der ursprünglichen Verwendung des Begriffes „Katechismus" bei den Kirchenvätern Cyprian von Karthago (200–258) und Augustinus von Hippo (354–430) zeigt sich die Problematik der Verwendung von Katechismen im Kontext religiöser Lern- und Bildungsprozesse. War für Cyprian der Katechismus eine Predigt an Menschen, die Christen werden wollten, und enthielt dieser deshalb die zentralen Lehren des Evangeliums, so meinte der gleiche Begriff bei Augustinus den eigentlichen Vorgang der Unterweisung eben jener Taufbewerber. In dieser Spannung zwischen einem Medium, das die wesentlichen theologischen Aussagen und Inhalte der christlichen Glaubenslehre umfasst, und einer Methode religiöser Bildung und Erziehung, die Menschen auf das Christwerden vorbereiten soll, steht die Geschichte des Katechismus-Unterrichts somit von Anfang an.

Daran hat auch die vielfältige Weiterentwicklung der Gattung Katechismus zum Beispiel in Lehr- und Lernkatechismen oder Lehrstück- und Frage-Antwort-Katechismen nichts ändern können. Durch die Aufwertung der Katechismen im Zeitalter der Konfessionalisierung wurde diese grundsätzliche Problemstellung noch wesentlich verschärft: Ob Martin Luthers (1483–1546) traditionsprägende Katechismen oder der „Catechismus Romanus" (1567) der katholischen Kirche, die Verwendung dieses Mediums, das ursprünglich als didaktisches Instrument entwickelt worden war, trug als Bekenntnisschrift und Dokumentation einer kirchlichen Glaubenslehre zu einer Steigerung von theologischem Umfang und sprachlicher Komplexität bei, die dem tatsächlichen pädagogischen Einsatz entgegenstand. Genau dies ist die Erfahrung der Generationen, die noch das stumpfe Auswendiglernen von Fragen und Antworten kennen, die in keiner Beziehung zu den eigenen Fragen und keinerlei Relevanz zum eigenen Leben standen. Vor allem das Vollständigkeitsdenken des römischen Lehramtes führte immer wieder zu paradoxen Konstellationen, so zuletzt beim Weltkatechismus, der von Papst Johannes Paul II. 1993 herausgegeben wurde: Er soll auf der einen Seite katholisches Glaubensgut organisch und vor allem vollständig darlegen, auf der anderen Seite in die Lebenswelt der Menschen übertragen und für die religiöse Bildung verwendet werden – schwierig.

Zum Zweiten: In der Wahrnehmung und Bearbeitung dieser ebenso traditionellen wie strukturellen Spannung hat die Würzburger Synode dem Katechismus im deutschen Kontext eine neue Rolle zugewiesen. Da sich Lernen immer exemplarisch vollzieht, kann das Ganze der Wirklichkeit nie vollständig in den Lernprozess hineingeholt oder in diesem abgebildet werden. Religiöses Lernen vollzieht sich vielmehr als Aneignung von ausgewählten und besonders geeigneten Gegenständen in der didaktischen Brechung von Darstellung und Reflexion. Dafür aber braucht man keinen Katechismus, sondern Unterrichtswerke und -materialien für die Schule und Gemeinde, die auf der Basis des Katechismus ausgewählte Themen anbieten und für den Erwerb von religiösen Kompetenzen vorhalten.

Genau diese gibt es – als Schulbücher immer auch approbiert von den Diözesanbischöfen – in Deutschland in Hülle und Fülle. Dies ist sicherlich der Hauptgrund für die im deutschen Kontext nur spärliche Verwendung des Youcat. In diesem Sinne haben die Synodalen damals eben nicht „das Kind mit dem Bad ausgeschüttet" (Meuser, 33) und den Katechismus in die „dogmatische Staubkiste" (32) abgelegt, sondern sie haben diesem in einer Neubesinnung auf die Aufgabenteilung von gemeindlicher Katechese und schulischem Religionsunterricht eine neue Funktion gegeben. Für den Religionsunterricht war er von nun an lehramtlicher Maßstab für die Ausgestaltung von Lehrplänen und Schulbüchern, in der Katechese Voraussetzung und Grundlage dafür, dass Erfahrungen mit dem Glauben in der Gemeinschaft der Kirche ganz praktisch erschlossen werden sollten. Dass im zuletzt genannten Kontext der Katechismus und mit ihm die zentralen Inhalte katechetischer Prozesse dann oftmals völlig aus dem Blick geraten sind, darf man mit Meuser allerdings zu Recht als eine Fehlentwicklung bezeichnen.

Die Gründe hierfür liegen sicher auch in den zahlreichen, sehr unterschiedlichen Arbeitsmaterialien, die im Rahmen der Gemeindekatechese für die Vorbereitung auf Eucharistie und Firmung verwendet werden. Anders als die Unterrichtswerke für den schulischen Religionsunterricht, die in den Generalvikariaten und Ordinariaten einer genauen Prüfung auf theologische, didaktische und curriculare Korrektheit unterzogen werden, besitzen die klassischen Erstkommunion- und Firmkurse kein lehramtliches Zertifikat oder Imprimatur. Die konkrete Arbeit mit diesen Leseheften und Mappen zeigt nur zu oft, dass hier eine Fülle von anthropologischen und pädagogischen Zugängen angeboten wird, zentrale Themen der jeweiligen Sakramententheologie aber nur gestreift oder sogar ausgelassen werden. Hier wäre der Katechismus in der Tat eine sinnvolle Matrix bei der Weiterentwicklung dieser in der Praxis dominanten Medien.

Zum Dritten: Katechese hat das Ziel, „Menschen in den Glauben einzuführen, ihnen darin Heimat anzubieten und so Kirche aufzubauen" (Die deutschen Bischöfe, Katechese in veränderter Zeit, Bonn 2004, 13). Dieser Prozess konkretisiert sich vor allem in der Entwicklung einer Haltung des glaubenden Vertrauens zu Gott, in der Förderung der Kenntnis des Glaubens, in der Befähigung zum Zeugnis des Glaubens, in der Einübung in Gebet und Liturgie der Kirche sowie in der Befähigung aus der Haltung des Christseins verantwortlich handeln zu können (vgl. Kongregation für den Klerus, Allgemeines Direktorium für die Katechese, Bonn 1997, Nr. 85). Ein solches Bildungsziel mit seinen ausdifferenzierten Operatoren lässt sich schwerlich mit der Lektüre und Diskussion eines Buches erreichen, zumal wenn es den Anspruch erhebt, die Lehre der katholischen Kirche vollständig abzubilden.

Vor allem nicht dann, wenn es wie bei der von Meuser vorgeschlagenen Methode lediglich bei einer Lektüre der Katechismusaussagen bleiben soll und gar keine offene Diskussion und kritische Würdigung kommen darf. Schon in Augustinus Grundlagenwerk „De catechizandi rudibus" (um 400), das als erste systematische Katechetik im wissenschaftlichen Sinne verstanden werden kann, vollzieht sich das Christwerden in der lebendigen Begegnung mit der Frohen Botschaft, der Begleitung und Belehrung durch die Gemeinde und dem ethischen Perspektivwechsel, den authentische Zeugen des Glaubens den Taufbewerbern aufzeigen sollten. Es ging eben von Anfang an nicht vornehmlich um die Übernahme von Wahrheiten aus einem lehramtlichen Katalog, sondern um die Inspiration der Katechumenen durch das begeisternde und authentische Zeugnis von Menschen, die sich vor ihnen bereits für die Wahrheit des Christseins entschieden hatten. Vor diesem historischen Hintergrund erscheinen zeitgenössische Lerntheorien aus Neurobiologie und empirischer Bildungsforschung erst recht plausibel: Lernen gelingt am besten in einem Klima der Wertschätzung und Anerkennung und in der Begleitung durch Menschen, die als Vorbilder und Quellen der Inspiration positiv wirken.

Theologisch formuliert: Die Wahrheit wird im katechetischen Kontext als bezeugte, „gelebte" thematisch und muss entsprechend anders zugänglich gemacht werden als in den ausschließlich präpositional basierten Argumentationszusammenhängen eines Katechismus. Wer die Zukunft der Kirche an einen Jugendkatechismus hängt, blendet dieses religionspädagogischen Grundwissen aus.

Es geht um eine nüchterne Analyse von Potenzialen

Auch wenn der Youcat nun wahrlich kein Graswurzelprojekt ist – schließlich ging die Bewegung von einem der einflussreichsten Kardinäle unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. aus – so sollte doch anerkannt und wertgeschätzt werden, dass durch diese neue alte Form des Katechismus eine notwendige Diskussion um die inhaltlich Dimension heutiger Formen und Modi von Katechese angestoßen worden ist.

In der Hoffnung auf eine stärkere Rezeption des Youcat aber alle bisherigen Wege und Verfahren der Gemeindekatechese in den deutschen Diözesen schlecht zu reden und für den Niedergang der Volkskirche verantwortlich machen zu wollen, ist wenig hilfreich. Im Gegenteil: Die wenigen empirischen Studien, in denen die Wirksamkeit von katechetischen Prozessen untersucht haben, kommen zu dem Schluss, dass Erstkommunion- wie Firmvorbereitung ein komplexes Geschehen ist, in dem eine ganze Reihe von Faktoren wirksam sind und in dem das Lernmaterial – und hier wäre der Youcat ja einzuordnen – nur eine von vielen Rollen spielt (Forschungsgruppe Religion und Gesellschaft, Werte – Religion – Glaubenskommunikation, Wiesbaden 2015). Zudem wird auch deutlich: Von herausragender Bedeutung für die Nachhaltigkeit religiöser Bildung ist und bleibt die Person des Katecheten oder der Katechetin, bei der jüngeren Generation ergänzt von einem hohen Stellenwert ganzheitlicher Methoden in der Katechese (Judith Könemann, Clauß Peter Sajak und Simone Lechner, Einflussfaktoren religiöser Bildung, Wiesbaden 2016). In beiden Studien erinnern sich die Befragten übrigens mit großer Mehrheit sehr positiv an die Erstkommunion- wie Firmvorbereitung, ganz anders also als diejenigen, die in den „guten" alten Zeiten noch mit dem Katechismus gelernt hatten.

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