Klanggeschichten

Wenn der Schnee auf die Erde fällt, hört es sich an wie viele feine Glöckchen. Stampft ein Drache durch den Wald, klingen seine Schritte tief und dröhnend wie eine Trommel. Läuft die Maus aus Versehen gegen den Elefanten, ertönt ein lauter Knall wie ein Beckenschlag. Klanggeschichten machen Worte und Bilder auf ganz besondere Weise lebendig. Gleichzeitig dienen sie der musikalischen Früherziehung, denn Kinder haben die Möglichkeit, verschiedene (Rhythmus-)Instrumente kennenzulernen und auszuprobieren.

Um die Kinder in Kitas mit Klanggeschichten vertraut zu machen ist, liest die Fachkraft zunächst die Geschichte vor und untermalt sie dabei musikalisch. Im Anschluss werden die Kinder selbst aktiv und greifen zu den Instrumenten.

Eine Klanggeschichte gestalten

  • Besonders gut eignen sich natürlich Geschichten, in denen eine Vielzahl von Tönen, Geräuschen, Klängen und Rhythmen vorkommen. Nicht nur „offensichtliche“ Geräusche wie eine Türglocke, Donner oder Vogelgezwitscher bieten sich an. Die Kinder können nahezu jedem Gegenstand, jeder Figur oder Person, jeder Pflanze, jedem Tier, jedem Ding und Zustand usw. einen Klang zuordnen: Wie klingt eigentlich der Regen? Hat die Traurigkeit ein Geräusch? Welches Instrument kann Gelächter nachahmen?
  • Stellen Sie den Kindern verschiedene (Rhyhtmus-)Instrumente zur Verfügung, z. B. Klanghölzer, Triangel, Trommeln, Flöte, Rasseln, Schellenkranz, Guiro, Holzblocktrommeln und Glockenspiele. Ob die Kinder sich frei zwischen den Instrumenten entscheiden oder ob jede*r für ein bestimmtes Geräusch verantwortlich ist, können Sie je nach Stimmung, Können und Gruppenkonstellation gemeinsam mit den Kindern festlegen. Statt Instrumenten können Sie mit den Kindern auch Körpergeräusche machen.
  • Lesen Sie langsam und lassen Sie den Kindern genügend Zeit, die Worte in sich aufzunehmen und in Klänge zu übersetzen.
  • Klanggeschichten eignen sich auch für Kinder mit Migrationshintergrund, die die Sprache noch nicht sicher beherrschen. Die lautmalerische Vertonung unterstützt das Verstehen der Geschichte. So unterstützen Sie spielerisch wie nebenbei den Spracherwerb.

„Himpelchen und Pimpelchen“ als Klanggeschichte

Himpelchen und Pimpelchen
Triangel zweimal anschlagen

Stiegen auf einen Berg
Auf dem Glockenspiel die Tonleiter nach oben

Himpelchen war ein Heinzelmann
Flöte pfeifen

Pimpelchen ein Zwerg
Fingerzimbel schlagen

Sie blieben lang dort oben sitzen
Langer Trommelwirbel

Und wackelten mit ihren Zipfelmützen
Mit dem Glockenspiel mehrfach eine Terz spielen

Doch nach vielen, vielen Wochen
Langer Trommelwirbel

Sind sie in den Berg gekrochen
Mit dem Stäbchen über den Guiro reiben

Dort schlafen sie in guter Ruh
Sehr leise rasseln

Seid mal still und hört gut zu: Ch, ch, ch
Still sein und nach kurzer Pause Schnarchgeräusche

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