6/2012Alles nur Theater?

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Zwischen Bürgersteigen und Geschäften verschiebt und öffnet die Performancegruppe „Turbo Pascal“ die Grenzen im Freiburger Stadtteil Haslach und inszeniert dort Straßen- und Gemüseschlachten. Klingt vielleicht etwas komisch, aber das ist die Saisoneröffnung des „Finkenschlags“, einer Außenstelle des Freiburger Theaters. Sie ist klein, bescheiden und urban. Postiert in einem eher unbeliebten Stadtviertel, das auch als sozialer Brennpunkt gesehen wird.

Wann waren Sie das letzte Mal im Theater? Wenn ja, was für eine Vorstellung haben Sie besucht? Theater ist längst nicht mehr Hochkultur für eine bestimmte Schicht, das zeigt mein Beispiel. Theater ist für alle da, für Menschen jeden Alters und aus allen Schichten. Es möchte allen Kultur, Vergnügen und Ästhetik vermitteln. Ein Gedanke, der gut zur frühkindlichen Bildung passt!

Theaterspielen ist somit ein Nährboden in doppelter Hinsicht: sowohl für die Teilhabe an Kultur als auch für die Entwicklung einer eigenen Ästhetik. Innerhalb der Bildungsprozesse in der Kita geht es somit um weitaus mehr, als nur „Theaterstückchen aufzuführen“. Im Rollenspiel, im individuellen Spiel und im Sotun- als-ob spielen Kinder ihre Fantasien und ihren Alltag. Ich möchte Sie ermutigen, dieses Spiel, die Geschichten der Kinder aufzugreifen und mit ihnen daraus theatrale Spielszenen zu entwickeln. Denn Theaterspielen ist: ein Schärfen der Sinne, eine Schulung der Wahrnehmung, Alleinsein und Gemeinsamkeit, ästhetische Bildung und Persönlichkeitsbildung.

Kramen Sie, wie im Zitat von Max Reinhardt auf S. 30 beschrieben, Ihre Kindheit aus der Hosentasche und fangen Sie an, mit den Kindern Ihrer Kita zu spielen!

Mit einem herzlichen Gruß
Monika Janzer

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