Auspizien

Der Wochenrückblick.

So kurz vor Jahresende noch einmal „Breaking News“ aus Rom: Mit der Erklärung Fiducia Supplicans zur Segnung homosexueller und unverheirateter Paare hat Papst Franziskus (mal wieder) alle überrascht. Seither rätseln Exegeten und Auguren, was das Schreiben konkret bedeutet: Meilenstein oder Behandlung zweiter Klasse? Der kommende CIG wird sich ausführlicher der Einordnung des aufsehenerregenden Textes widmen. Aber auch der Rest der letzten Wochen des Jahres verlief kaum weniger turbulent.

1 | Leipzig. Das Kreuz bleibt dran. Zumindest in Bayern. 2018 hatte Ministerpräsident Markus Söder erlassen, dass in jedem bayerischen Dienstgebäude ein Kreuz zu hängen habe. Dagegen regte sich Protest. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Klage des „Bundes für Geistesfreiheit“ abgewiesen. Es gebe keinen Anspruch auf Entfernung.

2 | Karlsruhe. Die Bundestagswahl 2022 war in Berlin mit schweren Verwaltungsfehlern einhergegangen. Deshalb musste schon die Wahl zum Berliner Senat wiederholt werden. Nun hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass in 455 von 2256 Wahlbezirken der Stadt auch die Bundestagswahl wiederholt werden muss.

3 | Abu Dhabi. Erfreuliche Nachrichten aus Nahost. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde zum ersten Mal in der Geschichte des Landes legal Bier gebraut. Auf der kleinen Insel Al Maraya vor Abu Dhabi eröffnete ein Pub mit angeschlossener Brauerei. Getrunken wurde allerdings– trotz religiösen Verbots – auch im islamischen Einflussbereich des Nahen Ostens schon früher. Das Aufkommen des radikalen Islamismus zwang das fröhliche Picheln allerdings in den Untergrund.

4 | Alicante. Ausgerechnet das Christkind entführten Diebe im südspanischen San Vicente des Raspeig. Zwei Jugendliche entwendeten eine Krippenfigur und forderten auf der Social-Media-Plattform TikTok ein „Lösegeld“ von 2000 Euro, sonst würden sie der Figur Gewalt antun. Statt die Figur aber zurückzugeben, entsorgten sie ihr Opfer auf einer Müllkippe. Die Polizei konnte die Diebe anhand von Videoaufzeichnungen festnehmen. Das Christkind selbst blieb unbeschädigt.

5 | Kairo. Mit offiziell 89,6 Prozent der abgegebenen Stimmen ist der ägyptische Machthaber Abdel Fattah al-Sisi für eine dritte Amtszeit wieder „gewählt“ worden. Kritiker weisen darauf hin, dass seine Gegner handverlesene Scheinkandidaten gewesen seien. Ägypten befindet sich in einer angespannten wirtschaftliche Lage, doch inszeniert der Präsident sich als Stabilitäts- und Sicherheitsanker, gerade nach dem ausgebrochenen Gaza-Krieg.

6 | Warschau. Nach polischen Kirchenstatistiken ist die Zahl der Kirchenbesucher nach einem historischen Tiefststand im vergangenen Jahr nun wieder leicht gestiegen. Fast 30 Prozent der Polinnen und Polen gehen sonntags in die Messe. Das sind immerhin 500Prozent mehr als bei deutschen Katholiken.

7 | Rom. Ein Panettone, ein traditioneller italienischer Weihnachtskuchen, wurde einer Influencerin zum Verhängnis. Das Kartellgericht sah es als erwiesen an, dass Chiara Ferragni unter Vorspiegelung falscher Tatsachen für das Produkt geworben hatte. Angeblich sollte ein Teil des Erlöses an ein Kinderheim gehen. Der Hersteller hatte aber schon längst vorher gespendet und wollte nun den Verkauf des überteuerten Kuchens nochmals kräftig ankurbeln. Das Strafmaß liegt in Millionenhöhe.

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