7 Momente aus 7 TagenIm Garten

Der Wochenrückblick.

Momentan ist es schon fast eine Herausforderung, angesichts der vielen unerfreulichen Nachrichten – gerade bezüglich der katholischen Kirche – nicht in Verzweiflung zu verfallen. Jedes Mal, wenn ich mich für längere Zeit mit den neuesten Meldungen befasst habe, verspüre ich das dringende Bedürfnis, den Laptop zuzuklappen und eine Runde durch unseren Garten zu drehen. Dort halte ich nach neugewachsenen Pflänzchen Ausschau, gieße oder jäte Unkraut und kann danach wieder erfrischter an die Schreibtischarbeit gehen. Natürlich ist dabei eine gewisse Portion Eskapismus im Spiel sowie das Bedürfnis, angesichts einer immer unkontrollierbarer erscheinenden Welt zumindest in den eigenen Beeten etwas Ordnung herzustellen. Aber ich glaube, dass da noch mehr ist: Gartenarbeit kann durchaus auch eine ermutigende Wirkung entfalten, denn man wird immer wieder daran erinnert, dass doch vieles von dem, was man irgendwann einmal ausgesät hat, plötzlich zu sprießen beginnt, Blüten treibt und schließlich Früchte trägt. Man braucht nur einen fruchtbaren Boden, nachhaltige Pflege – und vor allem Geduld.

1 | Hagen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat in der Westfalenpost das Zögern des Papstes in der Causa Woelki kritisiert: „Die Kirche im Erzbistum Köln und in unserem ganzen Land leidet durch die seit Jahren ungeklärte Situation. Es braucht jetzt für die Zukunft der katholischen Kirche viel mehr transparente Verfahrenswege, wie man auch solche Krisen löst.“

2 | Amsterdam. Der niederländische König Willem-Alexander hat sich bei einer Gedenkveranstaltung offiziell für die Verwicklung seines Landes und des Hauses Oranien in die Sklaverei entschuldigt.

3 | Frankfurt. Elke Büdenbender, die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, hat in einem KNA-Interview im Kontext der Frauenfriedenswallfahrt des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) dessen Forderung nach der Ordination von Frauen unterstützt, die Männerdominanz im Chorraum kritisiert und betont, dass weibliche Predigerinnen „ein erstes, wichtiges Signal“ darstellen würden.

4 | San Pedro Huamelula. Der Bürgermeister eines mexikanischen Ortes hat ein Krokodil im Brautkostüm „geheiratet“. Dieses mehr als 200 Jahre alte Ritual soll an den Friedensschluss zweier indigener Gruppen erinnern, mit „Mutter Erde“ verbinden und den Regen und das Keimen der Samen fördern.

5 | Brixen. Nach der Verweigerung des römischen Nihil obstat für die Wahl Martin Lintners zum Dekan der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen haben zahlreiche Kollegen und Verbände ihren Protest und ihre Solidarität ausgesprochen. In einem öffentlichen Schreiben bedankte sich Lintner für den Zuspruch und betonte, dass sein Fall auf ein „institutionelles Problem“ verweise. Für die Zukunft hoffe er auf „ein konstruktives Verhältnis des Vertrauens und des Dialogs“ zwischen den Dikasterien und den Fakultäten.

6 | Kramatorsk. Die preisgekrönte ukrainische Schriftstellerin Victoria Amelina ist bei einem russischen Raketenangriff getötet worden. Nach Beginn des Angriffskrieges hatte sie angefangen, Kriegsverbrechen zu dokumentieren. In Kürze wird ihr Sachbuch War and Justice Diary: Looking at Women Looking at War („Tagebuch von Krieg und Gerechtigkeit: Blick auf Frauen, die auf den Krieg blicken“) erscheinen.

7 | Köln. Die Rabbinerin und Professorin für Jüdische Studien Elisa Klapheck ist zur neuen Vorsitzenden der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland (ARK) gewählt worden. Der stellvertretende Vorsitzende, Rabbiner Andreas Nachama, bezeichnete diesen Schritt als „deutliches Zeichen“ und eine „schöne Wendung“.

Der Wochenrückblick von

Johanna Beck

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