DNA-EntschlüsselungRaubwissen

Dass Gene eine zentrale Rolle für die Weitergabe des Lebens spielen, wusste man. Doch wie waren sie beschaffen – groß genug, um all die Erbinformationen zu speichern, und klein genug, um in eine Zelle zu passen? Vor 70 Jahren gab es einen wissenschaftlichen Durchbruch – der sich als Diebstahl erwies.

Am 25. April 1953 gelingt dem US-Biologen James Watson und dem britischen Physiker Francis Crick der Erfolg. Die beiden präsentieren ihr Strukturmodell der DNA, die berühmte Doppelhelix. Als sie dafür 1962 den Nobelpreis erhalten, verschweigen die Männer, dass ihre Entdeckung auf dem geraubten Wissen einer Frau beruht: der Biochemikerin Rosalind Franklin.

1920 in London geboren, beschließt Franklin, Wissenschaftlerin zu werden. Sie setzt sich in der frauenfeindlichen Welt der Wissenschaft durch und liefert als Spezialistin für Röntgenfotografie das bahnbrechende Foto, mit dem die Entschlüsselung der DNA erst möglich wurde. Watson selbst enthüllt später den Diebstahl; doch anstatt sich zu entschuldigen, ergeht er sich in chauvinistischen Herablassungen. Franklin ist da bereits tot. Mit nur 37 Jahren stirbt sie an Krebs, vermutlich eine Folge ihrer Forschung – und der Preis für den Ruhm anderer. Erst in jüngerer Zeit erhält ihre Arbeit die verdiente Anerkennung.

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