Stephan WahlMissbrauch – ein Wutpsalm

Mein Zorn lässt sich nicht besänftigen, Gott, er gibt keine Ruhe,

wütend ballen sich meine Fäuste, in meinen Adern kocht das Blut.

 

Zum Gespött machen sie Dein Wort, Deinen Namen,

besudeln ihn durch ihre schamlosen Taten, ihre teuflische Gier...

 

Die Seelen ihrer Opfer schreien auf nach endloser Qual,

ein Orkan der verwundeten Stimmen fegt über das Land.

 

Feige verschweigen sie, was sie im Dunkeln getan, ohne Reue,

ihre Macht und ihr Ansehen zu retten ist allein ihr Verlangen.

 

Kalt raffiniert und spitzfindig winden sie sich wie giftige Schlangen,

wenn aufgedeckt und enthüllt wird ihr grausiges Werk.

 

Für ihre perversen Gelüste missbrauchten sie schutzlose Seelen,

beschmutzten zarte Körper mit ihren gierigen Pranken.

 

Fahr ihnen in die Parade, Ewiger, reiß ihre Masken von den Gesichtern,

mit denen sie ihre Fratzen verstecken, ihre lüsternen Augen...

 

Ihren Verteidigern und Schönrednern lege das Handwerk,

die sich nicht scheuen die Schuld umzuleiten: der Zeitgeist war’s!

 

Reiß ein ihr Kartenhaus aus bequemen Lebenslügen und Falschheit

und ihre geschönte Erinnerung zerschmettere mit starker Faust...

 

Auf ihre Knie sollen sie fallen und um Verzeihung flehen,

tief in den Staub stoße sie, lass sie wimmern um Gnade,

 

dass sie bekennen ihre Schuld in ungeschöntem Bekenntnis,

nicht ausweichen den Augen ihrer gequälten Opfer. Und büßen.

 

Die verwundeten Seelen aber heile mit wahrhaftigen Menschen,

die zuhören können, aufrichten, behutsam, mit sehr viel Geduld,

 

dass sie trotz allem dem Leben trauen und auch dem ehrlichen Lieben,

und haltende Arme und stärkende Schultern die Schatten vertreiben.

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