Leserbriefe

Das vatikanische Nein

Danke für den Kommentar zur Segnung für homosexuelle Partnerschaften (CIG Nr. 12, S. 1). Auch ich empfinde Ärger, Betroffenheit und Traurigkeit über das vatikanische Nein. Mein Mann und ich sind fest in der Kirche verwurzelt und wünschen uns ein Ende der Benachteiligung. Wir spüren jeden Tag, dass wir – auch in unserer Verbindung – Gesegnete sind.

Manfred Hirt, München

Warum sollten sich Familien bedroht fühlen durch einen Segen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften?

Paul Kammerinke, Remscheid

Unterschiede dürfen nicht eingeebnet werden! Am Ende gewöhnt man sich sonst auch kirchlicherseits an die sogenannte Ehe für alle. Ich empfinde es als Provokation, dass so viele Theologen ein Dokument kritisieren, das Papst Franziskus ausdrücklich gebilligt hat. Auch das Hissen von Regenbogen-Flaggen an Kirchen kann ich deshalb nicht gutheißen.

Elmar Bischoff, Hagen

Wie viel Inklusion?

Ich stimme Ihrem Kommentar zum Welt-Down-Syndrom-Tag (CIG Nr. 12, S. 2) zu. Solange Mütter keine wirklich funktionierende Unterstützung für ihre Kinder mit Down-Syndrom finden, solange sie sehen müssen, wie diese in Behinderteneinrichtungen „abgeschoben“ werden – so lange werden die Gesellschaft nicht den Mut finden, zu solchen Kindern „Ja“ zu sagen.

Dorothea Gebauer, Burglengenfeld

Die Förderschulen abschaffen? Es gibt wohl nicht nur diesen einen Jungen, dem dort ganz individuell, seinen Fähigkeiten entsprechend, ein schulisches Wissen und ein Selbstbewusstsein vermittelt wurde. Danach schickte man ihn auf die Regelschule. Als er nach Monaten zurückkam, hatte er vor allem einen Satz verinnerlicht: „Das kann ich nicht.“

Olaf Wagner, Essen

Inklusion – ja, wo und für wen es möglich ist! Aber auch Förderschulen wird es weiterhin geben müssen. Am Ende hängt alles an der Frage: Wer soll das bezahlen?

F. Fröhlich, Berlin

Lob des Streites

Vielen Dank für den aufmunternden Artikel über den Synodalen Weg (CIG Nr. 12, S. 2). Ich gestehe: Derzeit gehöre ich eher der Fraktion an, die das Ganze als eine folgenlose „Schön, dass wir mal darüber geredet haben“-Veranstaltung einordnen. Aber ich hoffe natürlich, dass Sie recht behalten! Es ist zu wünschen, dass nicht irgendwann der große Erdrutsch aus Rom kommt, der alle Bewegung zuschüttet.

Peter Ständer, Fürthen

Wolfgang Bretschneider

Den Nachruf auf Wolfgang Bretschneider (CIG Nr. 12, S. 7) hätte ich mir ausführlicher gewünscht. Ich habe ihn 1979 im Collegium Albertinum kennengelernt. Damals galt er als „der Stümper von Bonn“, weil er für das Neue Geistliche Lied aufgeschlossen war und Neues im Gottesdienst probierte. Er hatte es schwer, sich durchzusetzen. Aber es gelang ihm mit Sachverstand, pastoraler Einsicht und grandioser musikalischer Virtuosität an der Orgel. Wolfgang Bretschneider prägte die Kirchenmusik in den vergangenen 40 Jahren auf einzigartige Weise. Zudem blieb er priesterlicher Wegbegleiter, humorvoller Lehrer und tiefgründiger Musiker mit dem Gespür für zeitgemäße Liturgie. Er wird mir und der Kirchenmusik in Deutschland fehlen.

Peter Jansen, Velbert

Das Josefs-Bild

Danke, dass Sie daran erinnern, dass Papst Franziskus das Jahr 2021 zum Jahr des heiligen Josef erklärt hat (CIG Nr. 11, S. 8). Ich wollte immer wissen, wer mein Namensvetter ist. Angesichts manch frommer Interpretation kann man sich allerdings nur schämen. Mir ist ein Josef nahe, wie ihn Salvador Dalí gemalt hat: Beschützer von Maria und dem Jesuskind, mächtig, in ein rotes Gewand gehüllt, der Farbe der Liebe und des Lebens.

Joseph Stick, Ahrweiler

Nun muss sich Josef also auch noch als „neuer Vater“ bewähren. Hier merke ich an, dass sich das Familien- und Vaterbild unserer Gesellschaft erst nach dem Zweiten Weltkrieg langsam durchgesetzt hat. Mit der Familie zur Zeit Jesu hat es wenig zu tun. Deshalb ist es problematisch, das eine aus dem anderen zu entwickeln. Bei aller Verehrung des heiligen Josef sollten wir uns davor hüten, ihn bibelfundamentalistisch für gesellschaftspolitische Zwecke einzusetzen.

Maria Friese, Essen

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