KolonialismusKolonialzeitsäule zurückgegeben

Das Deutsche Historische Museum in Berlin gibt die Kreuzkapsäule „Cape Cross“ an Namibia zurück. Die rund 3,5 Meter hohe und über eine Tonne schwere Steinsäule wurde im 15. Jahrhundert von der portugiesischen Regierung als Herrschaftszeichen an der heutigen namibischen Küste aufgestellt. Während der deutschen Kolonialzeit ließ Kaiser Wilhelm II. sie nach Deutschland bringen. Für Kulturstaatsministerin Monika Grütters ist die Rückgabe der Säule ein „deutliches Signal, dass wir uns zur Aufarbeitung unserer kolonialen Vergangenheit bekennen“.

Die Säule wird nicht das letzte Kunstobjekt bleiben, das an eine ehemalige Kolonie zurückgegeben wird. Im Mai haben 26 Museen aus dem deutschsprachigen Raum eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie sich zur Dekolonialisierung verpflichten. Mehrere afrikanische Experten erklärten, dass es bei diesem Prozess nicht darum gehe, alle geraubten Kunstwerke dauerhaft in ihre Ursprungsländer zurückzubringen. Stattdessen könnten sie „Mediatoren neuer Beziehungen sein“, wie der senegalesische Wissenschaftler Falwine Sarr erklärte. Er schlug vor, die Objekte in Zukunft zwischen den Kontinenten zirkulieren zu lassen. Immerhin seien sie Teil einer gemeinsamen Geschichte.

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